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NWZonline.de Ratgeber Reise

Portugal: Entschleunigung auf dem Douro

23.10.2021

Porto Dieser Fluss ist klein und eng. Landschaftlich gesehen gehört der Douro im Norden Portugals jedoch zu den ganz großen, denn er ist sensationell reich an Postkartenmotiven und Geschichten.

900 Kilometer sind es von der Quelle bis zur Mündung im Atlantik, nur die letzten 211 Kilometer auf portugiesischer Seite sind schiffbar.

Kein Wunder, dass die Weinregion Alto Douro, an deren Steilhängen und Hochebenen die Trauben für den berühmten Portwein wachsen, 2001 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. 1756 von einer Winzergesellschaft gegründet, gehört es zu den ältesten abgegrenzten Weinbaugebieten der Welt.

Doppelter Genuss

Jeden dieser 211 Kilometer von Porto bis nach Barca d`Alva an der spanischen Grenze können die 79 Passagiere der „MS Douro Serenity“ auf der Hin- und Rückfahrt gleich doppelt genießen: bei erstklassigen Weinen, kulinarischen Köstlichkeiten, in komfortablen Kabinen, an einem kleinen Swimmingpool und bei strahlend blauem Himmel auf dem Sonnendeck.

125 Meter Höhenunterschied müssen stromaufwärts von dem 80 Meter langen, eleganten Schiff bewältigt werden. Durch die fünf Sperrwerke und Schleusen ist die Fließgeschwindigkeit des Flusses so langsam, dass sich die hohen Weinterrassen und weißen Häuser der Winzer im Wasser widerspiegeln. Familien mit Kindern rufen uns frühmorgens vom Ufer aus freundliche Grüße zu, als wir das Kabinenfenster herunterlassen. „Serenity“ bedeutet unter anderem Gelassenheit. Ruhe und Entschleunigung genießt man auf dieser Reise reichlich.

Eine der Schleusen, die Carrapatelo, ist mit 35 Metern Fallhöhe die zweithöchste Europas. Der Schleusenvorgang dauert nur eine knappe Viertelstunde. Für Kapitän Bernardino Pereira (59), der seit 2019 für den Veranstalter Nicko Cruises fährt, ist diese Fahrt ein Heimspiel, denn er stammt aus der Region.

Bester Blick auf Ribeira

Am Tag der Einschiffung liegt die „MS Douro Serenity“ am Quai von Vila Nova de Gaia. Von dort hat man den besten Blick auf das gegenüberliegende Ufer mit Portos Altstadtviertel Ribeira, dessen bunte Stadthäuser, Paläste und barocke Sakralbauten sich an die Felswände schmiegen.

Die mächtigen Granitfelsen sind charakteristisch für die ganze Region. Porto, die „Graue Stadt“ ist aus und auf Granit gebaut. Sie ähnelt in vielem der großen weißen Schwester Lissabon. Am besten kann man die Stadt am Atlantik, die mit ihrer stylishen Konzerthalle auch ein interessantes Kultur- und Nachtleben bietet, zu Fuß entdecken. Über die Fachwerkbogenbrücke Ponte Dom Luís I, die 1886 eröffnet wurde, ist sie vom Liegeplatz der Flusskreuzfahrtschiffe schnell zu erreichen.

An der Uferpromenade von Vila Nova de Gaia reihen sich nicht nur unzählige Händler und Restaurants, dort residieren auch seit dem 18. Jahrhundert etwa 60 verschiedene Portweinkellereien, die durch Portugals flüssiges Gold bekannt geworden sind.

Hinter Porto beginnen die atemberaubenden Weinterrassen zu beiden Seiten des Douro. Das raue Atlantikklima wandelt sich in ein warmes Mikroklima, das Licht wird weicher. Später säumen auch Oliven- und Mandelbäume sowie Korkeichen unseren Weg.

Zeit stehengeblieben

Im kleinen Pinhão führt ein kurzer Fußweg vom Schiffsanleger zum denkmalgeschützten Bahnhof. Die Station ist berühmt für ihre 25 Fliesenbilder, auf denen regionaltypische Landschaften und Motive der Weinlese dargestellt sind.

Pinhão ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für Weintourismus. Über Serpentinen, die es in sich haben, geht es zu einer der zahlreichen Quintas (Weingüter), die auf mehr als 500 Metern Höhe liegen. Weil auf über 500 Metern Höhe laut einer jahrhundertealten Verordnung kein Portwein angebaut werden darf, haben sich dort einige Hundert Kleinbauern zusammengeschlossen, die hervorragende Tafelweine produzieren.

Einem sehr guten portugiesischen Essen mit Rot- und Weißwein bei herrlichem Ausblick folgt noch ein Besuch des Palacio de Mateus (1488) bei Vila Real. Das Barockschloss ist vor allem für seine Gartenanlagen und den vorgelagerten Teich berühmt, in dem sich das ganze Palais widerspiegelt.

Von Barca d`Alva führt ein Ausflug ins Marofa-Gebirge. Das Gebiet war bis ins 13. Jahrhundert ein steter Zankapfel zwischen Portugal und Spanien. Davon zeugen noch immer die Überreste vieler kleiner Festungen. Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und die Bevölkerung hat ihre traditionelle Lebensweise beibehalten. Die Bewohner des 500-Seelen-Ortes Castelo Rodrigo leben vor allem von der Landwirtschaft und dem Verkauf dieser Produkte in winzigen Läden in denkmalgeschützten Häusern. Steil und eng sind die Gassen, in denen neben der Kirche sogar ein acht Meter hoher Schandpfahl aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben ist. Vom nahen Marofa-Berg schaut eine große Christus-Statue, ähnlich wie auf dem Zuckerhut in Rio, aufs weite Tal der Hochebene und Castelo Rodrigo.

Könige der Lüfte

Eine faszinierende Überraschung wartet auf uns bei einem Fotostopp im Park Douro internacional. Dessen tiefe Täler bilden Schluchten, in denen Greifvögel wie Schmutzgeier und Adler nisten. Fünf Könige der Lüfte, die in den schroffen Felswänden ihre Horste haben, ziehen eine Viertelstunde lang hoch über unseren Köpfen ihre Kreise.

Die Stadt Peso da Régua gilt als Hauptstadt der Portweinproduktion im Alto Douro. Von dort starten auch Landausflüge nach Lamego, einer kleinen Stadt unweit von Régua. Hauptattraktion ist die Wallfahrtskirche Nossa Senhora dos Remédios. Eine 686-stufige Doppeltreppe führt zur Kapelle.

Nach sieben Tagen zurück in Porto bleibt den Gästen der „MS Douro Serenity“ noch fast ein ganzer Tag und Abend in der Welterbe-Stadt. Da lohnt sich eine Fahrt mit der nostalgischen Straßenbahn ans Meer allemal. Nirgendwo sonst riecht das Meer so frisch und unvergleichlich wie am Atlantik.

Die Flusskreuzfahrtdurchs Dourotal veranstaltet Nicko Cruises mit „MS Douro Cruiser“ und „MS Douro Serenity“ 2021 noch bis Mitte November (letzte Reise 16.11. bis 23.11.), Preise ab 1149 Euro. Termine zwischen März und November 2022 kosten ab 1299. Ab dem 29. November 2021 gilt an Bord die 2G-Regel.

Anreise:Linienflug u.a. ab Frankfurt sowie Rail & Fly sind inklusive. Zubringerflug ab Bremen ist buchbar.

Unterbringung:In einer Außenkabine der gebuchten Kategorie, Vollpension, Ausflug Pinhão und Besuch einer traditionellen Quinta.


     www.nicko-cruises.de/fluesse/fluss/douro 

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