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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Viele Prachtbauten dank „Altem Fritz“

10.10.2020

Potsdam Potsdam ist ideal für einen Städtetrip. Nicht zu groß, nicht zu klein, aber Sehenswürdigkeiten ohne Ende. Die kann man auf ganz unterschiedliche Weise entdecken.

Auf den ersten Blick haben Oldenburg und Potsdam durchaus Ähnlichkeit: Beide sind fast gleich groß und von viel Grün umgeben, beide waren wichtige Garnisonsstädte, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Damit allerdings hören die Gemeinsamkeiten fast schon auf. Denn an der Hunte residierten Grafen, Herzöge und Großherzöge, an der Havel Könige und Kaiser, allen voran Friedrich der Große, auch der „Alte Fritz“ genannt. Der berühmteste der neun Preußenkönige hatte ein ausgeprägtes Repräsentationsbedürfnis. Und so gibt es heute wohl keine zweite deutsche Stadt dieser Größenordnung mit einer solchen Dichte an Sehenswürdigkeiten. Wie aber nähert man sich all der Pracht?

Stadtführung

Immer gut für einen Einstieg. Unsere Runde beginnt Punkt 11 Uhr beim Alten Markt. Stadtführerin Petra Sopper kennt sie alle, die Könige und Kaiser, die entweder Friedrich oder Wilhelm oder Friedrich Wilhelm hießen. Aber sie macht uns das Leben leicht: „Wenn ich Friedrich sage, meine ich immer Friedrich den Großen.“ Der residierte ab 1743 am Alten Markt. „Friedrich machte aus dem Platz so etwas wie eine italienische Piazza“, sagt Sopper. Baumeister wie Karl Friedrich Schinkel und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff durften sich hier austoben. So entstand die Nikolaikirche und daneben – im Uhrzeigersinn – das Alte Rathaus, heute das Potsdam Museum, das Museum Barberini und das Stadtschloss, das Friedrich von dem Geld umbauen ließ, das ihm aus dem besetzten Ostfriesland zufloss. Dort steht jetzt der Brandenburger Landtag, und hätten wir nicht eine Stadtführung gebucht, könnten wir unser Mittagsmahl in der öffentlichen Kantine des Landtags einnehmen. Doch Sopper lenkt unseren Schritt durch die barocke Innenstadt, durch Filmkulisse (Wilhelm-Staab-Straße) und Fußgängerzone (Brandenburger Straße) bis zu dem bei Touristen beliebten Holländischen Viertel. Es besteht aus vier Karrees mit insgesamt 134 Häuschen, Friedrich Wilhelm I. ließ sie für holländische Handwerker errichten. Dauer: 2 Stunden Kosten: 12 Euro

Bus- und Parktour

Es ist fast eine kleine Stadtrundfahrt, die Fahrt mit dem Bus der Linie 695. Sie startet am Hauptbahnhof und durchquert die historische Innenstadt und den nördlichen Teil des Parks Sanssouci. Der Bus ist fast leer, der gut gelaunte Fahrer versorgt uns mit ersten Infos („Wenn Sie jetzt nach rechts gucken, sehen Sie das Drachenhaus“) und weist uns beim Aussteigen den Weg zum westlichen Eingang des Parks. Danach fühlen wir uns klein. Sehr klein. Denn wir stehen vor dem Neuen Palais, dem größten Schloss in Potsdam mit Hunderten von Räumen, für unseren Geschmack ein bisschen arg üppig mit Sandsteinfiguren verziert, über 400 sollen es sein. Danach gehen wir auf breiten Wegen zurück Richtung Innenstadt, kreuz und quer durch den Park, vorbei am Chinesischen Haus, vorbei auch am Schloss Sanssouci. Hinein gehen wir nicht, dafür bräuchten wir Stunden. Aber den Grabstein von Friedrich dem Großen, den besuchen wir. Fans haben Kartoffeln abgelegt – der „Alte Fritz“ hatte sie eingeführt, wollte gar per Befehl ihren Anbau durchsetzen. Dass es deshalb „Pommes Fritz“ heißt, ist ein beliebter Gästeführer-Gag. Dauer: rund drei Stunden Busticket: 2,20 Euro

„Panorama Radtour“

Wir leihen uns Räder am Bahnhof und fahren durch die Innenstadt geradewegs zum Pfingstberg im Norden von Potsdam. Auf dem thront das Schloss Belvedere, lange Zeit eine Ruine, inzwischen aufwendig restauriert. Der steile Anstieg wird belohnt mit einer Aussicht, die gemeinhin als die schönste in Potsdam gilt. Tatsächlich können wir im Osten die City von Berlin ausmachen, 23 Kilometer ist sie entfernt. Wir stärken uns am Fuße des Pfingstbergs im „Kades“, vielfach gerühmt für seine traditionelle Küche, und steuern dann den Neuen Garten an – er war der erste Landschaftsgarten in Preußen. An seinem nördlichen Ende liegt Schloss Cecilienhof, ein Schauplatz der Weltgeschichte. Im Sommer 1945 verständigten sich hier die „großen Drei“ der Anti-Hitler-Koalition, Truman, Churchill und Stalin, auf die Neuordnung der Welt. Die Potsdamer Konferenz markierte zugleich den Beginn des Kalten Krieges, der später zum Bau der Mauer führte, die nur wenige Meter entfernt am Ufer des Jungfernsees verlief. Wer die aktuelle Ausstellung besucht und sich vorher eine kostenlose App herunterlädt, erfährt unter anderem, wie Joy Milward die Konferenz erlebte. Sie war gerade mal 19 Jahre alt und schon Churchills Sekretärin. In einem leeren Wehrmachts-Fotoalbum, das sie in ihrer Unterkunft fand, hielt die Pastorentochter und begehrte Tanzpartnerin ihre Eindrücke fest. Das Tagebuch ist in der Ausstellung zu sehen. Auf unserem weiteren Weg überqueren wir die Glienicker Brücke. In ihrer Mitte verlief einst die Grenze, hier traf man sich zum Agentenaustausch. Zurück geht es durch den Park Babelsberg, neben dem Park Sanssouci und dem Neuen Garten die dritte große Parkanlage in Potsdam. Dauer: zwischen zwei Stunden (ohne große Pausen) und einem Tag (historisch Interessierte und Genießer) Kosten: Leihrad bei „pedales“ am Bahnhof 12 Euro, Eintritt Belvedere 6 Euro, Sonderausstellung im Cecilienhof 14 Euro.

„Schlösserfahrt“

Die wohl entspannteste Art, Potsdam kennenzulernen, zumal bei gutem Wetter. Vom Hafen Potsdam geht es mit dem Schiff in ruhiger Fahrt die Havel flussaufwärts, erst durch den Tiefen See, dann unter der Glienicker Brücke hindurch zu einer kleinen Runde auf dem Jungfernsee. Die Erläuterungen in Deutsch und Englisch wechseln in flotter Folge, sozusagen Potsdams Highlights im Schnelldurchlauf. Danach weiß man dann auch, was man sich noch alles hätte ansehen können. Dauer: 90 Minuten Kosten: 18 Euro


     www.potsdamtourismus.de 

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