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NWZonline.de Ratgeber Reise

Schweden: Viel Platz für Erholung im Värmland

23.01.2021

Råda /Wilhelmshaven Dieser Mann ist von Haus aus Optimist. Und er war von jeher ein Macher. Ein echter Wilhelmshavener eben. Auch wenn er seit mittlerweile fünf Jahrzehnten in der mittelschwedischen Region Värmland eine neue Heimat gefunden hat. „Die Füße hochzulegen, das kommt für mich nicht in Frage“, sagt Hans Mallwitz. Doch auch für ihn hat sich in den vergangenen Monaten vieles verändert.

„Der Tourismus ist auch bei uns eingebrochen“, berichtet Hans Mallwitz im telefonischen Interview. Seit neun Jahren betreibt er die Ferienanlage „Björnbyn“ (auf Deutsch: „Bärendorf), das etwa 85 Kilometer nördlich von Karlstad liegt. In „normalen“ Jahren ist hier immer viel los, vor allem natürlich in der Hauptsaison zwischen Juni und September. Mit seinen 38 gemütlich eingerichteten Ferienhäusern und dem Sandstrand am kristallklaren Rådasee scheint es wie geschaffen für Familienferien, für Wassersportler und Fans anderer Outdoor-Aktivitäten.

Blaubeeren pflücken

„Die Schweden kommen ganz besonders gern im September, wenn man Blaubeeren pflücken und Pilze sammeln kann“, sagt Mallwitz. Ein großer Teil seiner Gäste kommt aber auch aus Holland und aus Deutschland. Normalerweise. Doch daraus ist 2020 nichts geworden. „Schon mit Beginn der Pandemie gab es gerade auch aus Deutschland nichts als Stornierungen“, zieht der 70-Jährige eine trübe Corona-Zwischenbilanz. Dass er in seinem Bärendorf, das ganzjährig geöffnet ist, auch immer wieder Geschäftsreisende unterschiedlicher Bereiche beherbergen kann, sei immerhin ein gewisser Ausgleich, sagt der gebürtige Wilhelmshavener. „Aber das ist natürlich keine Dauerlösung.“

„Eigentlich ist die Bundeswehr schuld, dass ich hier gelandet bin“, erzählt Hans Mallwitz lachend. Weil er sich deren Ruf entziehen wollte, zog es den gelernten Koch bereits in jungen Jahren zum Austauschpraktikum nach Schweden. Hier fand er nicht nur sein privates Glück, auch beruflich ging es schnell bergauf.

Für König gekocht

Er war Chefkoch in einem Restaurant in Örebro und bildete sich später in Stockholm mit einem Hotelmanagementstudium weiter. Als stellvertretender Kellermeister eines renommierten Hotels kochte er nicht nur für hochrangige Diplomaten, auch mehrmals für den schwedischen König Karl-Gustav – und plauderte mit Königin Silvia übers Pilze sammeln. Dass er sich stets um neue Konzepte und Ideen bemühte, war ein Teil seines Erfolgsrezepts.

Auch seine deutschen Wurzeln hat er gern gepflegt. So brachte er schon in den 1990ern mit „Schwedischen Tagen“ in Wismar und später auch in Wilhelmshaven den Deutschen die Vorzüge der schwedischen Küche nahe.

„Bei uns ist das Abstandhalten kein Problem“, sagt Hans Mallwitz mit Blick auf die dünn besiedelte Region und auf die Corona-Beschränkungen, die es auch in Schweden gibt – trotz des viel diskutierten „Sonderwegs“. „In unserem örtlichen Supermarkt dürfen sich derzeit maximal 22 Personen gleichzeitig aufhalten – aber das passiert auch in normalen Zeiten höchst selten“, sagt er schmunzelnd und verweist darauf, dass es in Värmland bei einer Bevölkerungsdichte von gerade einmal 16 Personen pro Quadratkilometer ohnehin Platz genug gebe. „Die Gäste können sich bei uns sicher fühlen“, betont er. „Grillen kann man bei uns – eingepackt in Lammfelle – auch bei kalten Temperaturen. Elchsafaris, Kanufahren im Sommer oder Schlittschuhlaufen im Winter, das geht alles einzeln oder in familiären Gruppen.“

Dass über ihn und sein Leben in Schweden vor zwei Jahren in dieser Zeitung berichtet wurde, darauf ist Hans Mallwitz schon ein wenig stolz. „Ehemalige Schulkameraden und Nachbarn haben sich bei mir gemeldet, von Urlaubern wurde ich erkannt und dadurch kam auch der Kontakt mit einer Verwandten zustande, von der ich bis dahin gar nichts gewusst hatte“, freut er sich.

Lösungen finden

Hans Mallwitz hofft, in diesem Sommer wieder viele Deutsche in seinem Bärendorf begrüßen zu dürfen. Und er sehnt sich danach, baldmöglichst auch der alten Heimat wieder einen Besuch abstatten zu können. „Wir dürfen nicht die Hände in den Schoß legen, wir müssen Lösungen finden.“ Dieser Einstellung will der Wilhelmshavener auch in Zukunft treu bleiben.

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