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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Seinen Imbiss kennt auch die Kanzlerin

14.02.2015

Binz Wenn im Mai die Buchen über dem Fischerstrand von Binz ihr grünes Kleid anlegen, weiß Jürgen Kuse: Es ist Hornfisch-Zeit. Gegen vier Uhr morgens fährt der Fischer raus auf die Ostsee und holt die ersten Exemplare aus dem Stellnetz. So hat es vor 120 Jahren schon sein Urgroßvater gemacht. Für den 51-Jährigen stand früh fest, dass er nichts anderes machen will.

Nach der deutschen Vereinigung hatte nur er von den acht verbliebenen Küstenfischern in Binz den Mut, auf eigene Faust weiter zu machen. Grundlage war die Überzeugung, „dass auch im vereinten Deutschland die Gäste weiter nach Binz kommen“. Doch wie gut es sich entwickeln würde – „das hat alle meine Erwartungen übertroffen.“ Dank der rettenden Idee, den Fisch selber an die Verbraucher zu verkaufen. Direkt vom Boot und in seiner „Fischräucherei Kuse“, einem Imbiss mit Verkaufstresen am idyllischen Fischerstrand. 600 bis 900 Gäste kommen in der Saison täglich, Bundeskanzlerin Angela Merkel war auch schon da.

Die Fischräucherei ist der beste Ausgangspunkt für Wanderungen in die Natur, und Kuse fühlt sich oft als Außenstelle der Touristeninfo. „Bestimmt 20, 30 Mal am Tag gebe ich Wandertipps“, sagt er und lacht.

Inzwischen könnte Jürgen Kuse die gemütliche Bretterbude am Strand durch ein schickeres Lokal ersetzen, doch das urige Ambiente ist längst Kult. „Bei uns kann man sich gehen lassen, auch einfach in der Badehose kommen“, meint Kuse. Gäste, die gleich nach der Wiedervereinigung als Kind mit ihren Eltern da waren, bringen inzwischen ihre eigenen Kinder mit. Und für viele ist es zum Ritual geworden, als letztes vor der Abreise noch mal zu Fischer Kuse auf ein Fischbrötchen zu gehen.

Das Rezept für die Hausspezialität Pfeffer-Hering hat Kuse von einer alten Fischersfrau, das Einlegen hat 25 Jahre lang seine Mutter Rike gemacht, sie ist gerade 80 geworden. Nun ist es die Aufgabe von Ehefrau Petra.

Jürgen Kuse fischt ganz traditionell. Mit Stellnetzen fängt Kuse besonders zur Heringszeit. Nach den Heringen kommen Hornfisch und Dorsch, danach folgen Flunder und Scholle. Und der Aal. Wenn es wieder kälter wird, kommt der Seelachs. Alle kommen immer früher im Jahr. „Die Ostsee wird wärmer“, beobachtet Kuse. „Die Erderwärmung“, fügt er trocken hinzu.

Weder Ozonloch noch EU-Fangquoten schrecken die Kuses vom Fischfang ab. Die Zukunft des Familienbetriebes ist gesichert. Sohn Manuel macht gerade das Kapitänspatent, nachdem er eine Fischerlehre absolvierte. Und auch als erfolgreicher Radsportler tritt er in die Fußstapfen des Vaters. Der geht es inzwischen ruhiger an. „Zusammen mit meiner Frau radle ich kreuz und quer über die Insel, Binz ist der perfekte Ausgangspunkt dafür“, sagt er.

Kuse mag die Zeit im April und Mai besonders gern, „wenn man sich schon auf den Sommer freut, es aber noch ruhiger ist“. Die Ostsee ist nur dann so richtig türkisfarben. Am klarsten ist das Meer im Winter, „dann kann man bis sieben Meter tief unter Wasser sehen“, erzählt Kuse.

Zurück in der Fischräucherei: Das Feuer knistert über dem Buchenholz im Räucherofen, der Hornfisch hängt darin und ist gleich fertig. Jürgen Kuse selber mag die Hechtart am liebsten gekocht mit Petersiliensoße und Kartoffeln.


     www.ostseebad-binz.de 

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