Galway - Der Wind weht. Die Wolken hängen tief im Naturschutzgebiet Connemara. Dort, wo der Bundorragha River in Irlands einzigen Fjord mündet. „Keine Angst, der Himmel reißt hier auch schnell wieder auf. Das Wetter ändert sich sowieso viermal am Tag. Und bis Windstärke vier oder fünf ist alles kein Problem“, sagt Maura. Und tatsächlich: Der anfängliche, sorgenvolle Blick verfliegt schnell, als die sechs Urlauber in den Kajaks sitzen.
Es ist eine ganz besondere Mischung aus Ruhe und ursprünglicher Kraft, die man bei der geführten Kajaktour durch den Killary-Fjord erfährt. Ganz nebenbei gibt es kein besseres Training für die Oberarme. Kurze technische Einweisung, auch korrektes Einsteigen in das Ein-Personen-Kajak will gelernt sein.
16 Kilometer lang und bis zu 45 Meter tief ist der Fjord Killary Harbour. Wer eindrucksvolle Wasserfälle und das Naturschauspiel der irischen Westküste in seiner erregendsten Form erleben möchte, ist dort an der richtigen Adresse. Mächtige Gletscher waren am Werk.
Farmen von Mies- und Venusmuscheln kreuzen den Weg und machen den Kajaktouristen deutlich, dass viele Einheimische dem Fjord und seinem Reichtum an Fisch und Meeresfrüchten ihr Auskommen verdanken. Woanders leben? Für Maura ein absurder Gedanke. „No Chance“, sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht. Eins mit der Natur, dieses Lebensgefühl würde sie für nichts in der Welt tauschen.
Gegen Mittag ist dann der Fjordeingang erreicht. Ein Lunchpaket, wärmender Tee, ein atemberaubender Blick vom Strand auf den offenen Atlantik – und Zeit, sich für den Rückweg ein wenig auszuruhen. Mit dem erhofften Treffen mit Flipper wird es heute nichts mehr. „Schade, in der vergangenen Woche waren viele Delfine hier“, sagt Maura. „Man sieht sie vor allem immer dann, wenn auch Makrelenschwärme in den Fjord schwimmen. Diese Leckerbissen lassen sie sich nämlich nicht entgehen.“
Nach einer sechsstündigen Kajaktour, dem gewonnenen Kampf gegen Wind und Wellen und gut 16 gepaddelten Kilometern brauchen Geist und Seele Zeit, um sich zu erholen. Und was macht der ermattete und gleichzeitig wohlig erschöpfte Körper? „Oberarme sind nicht alles“, lässt Coach Maura augenzwinkernd durchblicken. „Freut euch morgen auf richtigen Bauchmuskelkater.“
