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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Bayerische Idylle im Fünf-Seen-Land

13.02.2021

Starnberg Prominente wie Peter Maffay und Heiner Lauterbach haben eins gemeinsam: Sie leben im Fünf-Seen-Land. Die oberbayerische Region im Alpenvorland umfasst den Starnberger See, Ammersee, Pilsensee, Wörthsee und den Weßlinger See. In dieser Gegend tummelt sich, wer in Deutschland Rang und Namen hat – oder einmal hatte. Wie Sisi: Kaiserin Elisabeth von Österreich ist in Possenhofen aufgewachsen.

Nur einen Katzensprung von der Landeshauptstadt München entfernt geht das Städtische in romantischen Naturschutzgebieten und Moorlandschaften gänzlich verloren.

Könige und Künstler

Mit 20 Kilometern Länge und fünf Kilometern Breite ist der Starnberger See der größte der Fünf. Und mit 127 Metern auch der Tiefste. Früher haben Könige und Herzöge hier ihre Sommer verbracht, heute ist der See fest in der Hand von A- und B-Promis. Grundstück und Villa mit Seeblick kosten schnell 10 Millionen Euro. Wobei für alle Lagen die Weisheit gilt: wenn es jeder will, dann wird es teuer. Ein schwacher Trost, wenn Makler einen zehn Prozent Nachlass einräumen.

Gestern wie heute, der See hatte schon immer eine magische Anziehungskraft. Johannes Brahms komponierte in Tutzing, der Bayernkönig Ludwig II. verbrachte dort nicht nur viele Tage seines Lebens, er ging dort auch in den Tod. Nie aufgeklärt, mysteriös geblieben. Ein schlichtes Kreuz, im knietiefen Wasser, dort, wo der Monarch ertrunken sein soll. Oberhalb dieser Stelle, an der Votivkapelle, treffen sich jedes Jahr am Todestag von Ludwig II. die Königstreuen zum Gottesdienst.

Knapp 200 Meter vom Ufer entfernt liegt die einzige Insel des Starnberger Sees. Die Roseninsel war Sommersitz der bayerischen Königsfamilie. In den 70er Jahren drehte der italienische Regisseur Visconti Szenen aus seinem Sissi-Film hier. Heute ist die Insel Ausflugsziel Tausender Touristen, sowie Heiratswilliger. Sie steht unter Natur- und Denkmalschutz und wird von einem einzigen Verwalter bewohnt.

Schaufelraddampfer

Und wieder lebte bis vor Kurzem ein König am Starnberger See. Jedenfalls gelegentlich. Sein Domizil ist die Villa Stollberg in Tutzing. Als zurückgezogen bezeichnen die deutschen Nachbarn den thailändischen König Maha Vajiralongkorn. Ob sie Rama X. mochten ist jedoch fraglich. Begegnungen außerhalb zeigen einen unscheinbaren, grauhaarigen Mann, den man erst auf den zweiten Blick als Thai-König wahrnimmt.

Am Südende des Starnberger Sees liegen die Osterseen. Von oben betrachtet gleichen sie einer Kette. Kleine und größere Seen, blaugrün marmoriert. Ein geschütztes Gebiet mit viel Schilf, Inseln und Bäumen, die im Wasser langsam vermodern. Ein paar Schritte entfernt vom Parkplatz im Örtchen Iffeldorf, blickt man über eine Zwiebelturmkirche hinweg auf das entfernte Alpenpanorama mit Karwendel und Zugspitze. Mit Glück ist der Himmel sogar bayerisch-blau – die Idylle könnte kaum größer sein.

Idyllisch mutet auch der drittgrößte See Bayerns an. Der Ammersee ist weniger bekannt, als sein großer Bruder. Einzig Kloster Andechs zieht Besucherströme an – hauptsächlich natürlich wegen seiner Biersorten. Der besondere Charme des Ammersees lässt sich am besten mit einem der Schaufelraddampfer im Stil der 20er und 30er Jahre erleben. An Deck geht es entspannt zu, man steigt in Herrsching aus und flaniert unter alten Bäumen an der Uferpromenade entlang, schaut sich die Skulpturen der Künstler an, die am Wasser ausstellen, oder schlendert in die kleinen Läden.

Am Südufer das Kontrastprogramm: Auf einer Kuppe stehen weiß-silbern glänzende, riesige Antennen, inmitten von Maisfeldern und einer barocken Kirche. Schon von weitem ist die Erdfunkstelle Raisting mit ihren gigantischen Parabolantennen sichtbar, die als Nachrichtensatelliten genutzt werden. Diese haben sowohl die Mondlandung ermöglicht, als auch die Olympischen Spiele 1972 in München.

Insidertipp Pilsensee

Nebenan, einst mit dem Ammersee verbunden, liegt der Pilsensee. Ein Insidertipp für Angler und Wassersportler. Windsurfen, Segeln und Rudern sind erlaubt, Motorboote nicht. Oberhalb der Gemeinde Seefeld liegt das Schloss Seefeld aus dem 15. Jahrhundert. Hier finden Konzerte, Ausstellungen und Lesungen statt. Das Schloss ist im Besitz des Adligen Hans Caspar Graf zu Törring-Jettenbach.

Ebenfalls Besitz der Familie von Törring ist auch der größte Teil des Wörthsees. 25 Kilometer von München entfernt gilt dieser See als der sauberste aller bayerischen Badeseen. Durch einen ganz schmalen Wasserstrang vom Festland entfernt liegt die Mausinsel im See. Auf dem Eiland liegt versteckt ein Herrensitz, den die Grafenfamilie als Sommerresidenz nutzt.

700 Meter „Badewanne“

Der letzte der fünf Seen ist der Kleinste. Der Weßlinger See gleicht mit seinen 700 Metern Länge dem, was die Leute hier „Badewanne“ nennen. Der Ort Weßling hat sich komplett um den See geschmiegt und man kann unter schattigen Bäumen den vier Kilometer langen Rundweg um den See laufen. Auch diese Gemeinde hat ihre Prominenten. Der französische Künstler Pierre-August Renoir hat hier gemalt und der deutsche Psychiater Alois Alzheimer entdeckte hier die nach ihm benannte Demenzkrankheit.


5-Seen-Land unter   www.fuenfseenland.de 
Schifffahrt Amersee:   www.seenschifffahrt.de/de/ammersee 
Kloster Andechs unter   www.andechs.de 
Osterseen unter   www.bayregio.de/osterseen 

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