TAIPEH - Die 2,7-Millionen-Metropole ist für ihr gutes Essen berühmt. Garküchen gibt es an jeder Straßenecke.

Von Carina Frey

TAIPEH - In dieser Stadt geht alles schnell. In nur 40 Sekunden rast der Aufzug zur Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes der Welt, dem Taipei 101. Knapp 40 Sekunden braucht auch die Köchin, um aus klebrigem Reis, Gewürzen, Gemüsestückchen und Algenpapier eine Sushi-Rolle zu formen.

In den gleichen 40 Sekunden murmelt eine junge Frau im Tempel ihr Gebet. Und keine 40 Sekunden dauert es, bis die Wartenden in die Metro von Taipeh eingestiegen sind – ordentlich in einer Reihe aufgestellt, betreten sie nacheinander den Zug.

Alltag in Taipeh – auf den Straßen herrscht reges Treiben. Auf dem Wochenmarkt an der Minzu East Road feilschen Kundinnen um Melonen und faustdicke Karotten. Eine Frau wühlt in einer Kiste mit Krebsen und steckt ein zappelndes Tier in ihre Plastiktüte. In den Garküchen wenden Verkäufer die Fleischspieße oder frittieren süße Teigbällchen. Angeblich reisen Touristen aus Japan und Hongkong extra zum Essen an, so gut ist der Ruf der taiwanesischen Küche.

Wer Asien erleben möchte, ohne sich völlig hilflos zu fühlen, ist in Taipeh richtig. In der 2,7-Millionen-Metropole verbindet sich asiatische Kultur mit westlichen Standards. Heute ist Taiwan der weltweit führende Notebook-Produzent. Die Zukunft Taiwans ist jedoch ungewiss. Das Land treibt Handel mit der Welt, ist aber nur von wenigen Staaten anerkannt. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz, während sich die Taiwanesen eigenständig geben.

Eindrucksvoll ist das Nationalpalastmuseum nördlich des Keelung-Flusses, eines der bedeutendsten Museen der Welt. Zu sehen ist nur ein kleiner Teil der mehr als 650 000 Einzelstücke: Jahrtausende alte Bronzen, Porzellan und historische Bücher.

Das moderne Taiwan symbolisiert kaum etwas eindrucksvoller als der Wolkenkratzer Taipei 101. Das mit 509 Metern höchste Gebäude der Welt ist nach der Anzahl seiner Stockwerke benannt.

Glaube und altes überliefertes Wissen finden sich auch in der Dihua-Straße, einer der ältestens Straßen der Stadt. Dort reihen sich Geschäfte mit chinesischer Medizin aneinander: Kräuter, Pilze und bizarr verformte, getrocknete Fische liegen in Körben vor den Läden. Auch hinter der Theke stehen Porzellan-Gefäße mit heilenden Zutaten. Vor allem Ältere schwören auf die überlieferte Medizin.