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NWZonline.de Ratgeber Reise

Wo das Leben Tag und Nacht pulsiert

20.07.2019

Toronto Chinatown, Little Italy, Greektown, Little India, Korea Town: Die Menschen in Toronto kommen aus der halben Welt. Die Hauptstadt der Provinz Ontario zählt 2,7 Millionen Einwohner und 140 Viertel. Diese fünf sind besonders sehenswert:

Distillery District

Vor fast 200 Jahren hieß Toronto noch York und zählte nur ein paar Hundert Bewohner. 1834 wurde die Stadt in Toronto umbenannt, um sich besser von New York zu unterscheiden. Der Distillery District ist ein gutes Beispiel dafür, was einst in York los war: nicht viel.

Mit der Gooderham and Worts Distillery kam 1837 Leben ins Viertel. Briten waren es, die sich direkt am Ufer des Ontariosees niederließen und Alkohol herstellten. Heute gilt das Areal als besterhaltene Kollektion industrieller Architektur aus der viktorianischen Zeit in Nordamerika.

Doch die Backsteinbauten verfielen viele Jahre lang. Schließlich dienten sie als Filmkulisse. Dann aber fanden sich Investoren. Sie wollten die 47 Gebäude der Destillerie wieder in voller Pracht sehen. Der Distillery District auf der Mill Street zwischen Parliament und Cherry Street eröffnete schließlich 2003.

Heute wird dort sogar wieder Alkohol gebrannt, jedoch nicht mehr Whiskey und Wodka, sondern vor allem Sake. Eine Craft-Bier-Brauerei gibt es auch. Und eine Reihe kleiner Boutiquen, Galerien und „Eateries“ sind in die alten Gemäuer eingezogen.

Leslieville

Leslieville im Osten Torontos ist einer der Stadtteile, in denen bereits viel passiert ist und der sich laufend verändert. Der Kanadier Judson Flum ist zurückgekehrt, ausgerechnet an eine Tankstelle. Bei Judson kann man zwar auch Benzin kaufen, viel spannender ist aber das, was er drinnen in seinem Leslieville Pumps General Store and Kitchen anbietet: Southern Barbeque, kerniges Südstaaten-Essen.

Dazu gehört Pulled Pork ebenso wie geräuchertes Fleisch. Dazu gibt es die ur-kanadische Poutine, Pommes frites mit Bratensoße und Käse. Und vergleichsweise Gesundes für die Jungdynamischen im Viertel.

Zu jeder Zeit gut gefüllt mit Menschen jeden Alters sind auch die vielen kleinen Cafés und Restaurants im Viertel. Viele Kreative und junge Familien ziehen in die neuen Wohnungen, die überall gebaut werden oder in alten Fabrikhallen entstehen. Die Älteren leben schon seit Jahren vornehmlich in den Seitenstraßen der Queen Street East, in denen es ganze Reihen hübscher Backsteinhäuser aus vergangenen Zeiten gibt. Und das mit Garten, mitten in der Stadt.

Liberty Village

Ganz anders sieht Liberty Village aus. Einst stand dort das größte Gefängnis Torontos und eine sogenannte Besserungsanstalt für Frauen. Nachdem die Menschen ihre Zeit in diesen Anstalten abgesessen hatten, bekamen sie im Liberty Village wieder ein Gefühl der Freiheit – daher der Name des Viertels. Auch Industrie siedelte sich an.

Liberty Village liegt auf der Westseite der Stadt gleich hinter den Gleisen des Stadions. Die jungen Kreativen, die Hippen und die Karrieristen frisch aus der Uni leben dort in Hochhaussiedlungen, die zumeist von größeren Grünflächen umgeben sind.

Das Viertel war total verwahrlost, nachdem in den 1980er Jahren die meisten Unternehmen ihre Pforten schlossen. Nach der Jahrtausendwende ging es wieder bergauf, Menschen zogen her. Inzwischen finden dort auch Reisende eine gute Infrastruktur.

Queen Street West

Die amerikanische „Vogue“ hat die Queen Street auf der Westseite Torontos zwischen Bathurst und Gladstone Street zum zweitcoolsten Viertel der Welt ernannt. Das liegt an der hohen Konzentration von Kunstgalerien, kleinen Boutiquen, Designstudios, und einzigartigen Bars und Restaurants. Ein Abstecher in die wohl bunteste Straße Torontos, die Rush Lane, sollte nicht fehlen. Sie ist besser bekannt als Graffiti Alley. An den Wänden finden sich zahlreiche Kunstwerke.

Kensington Market

Kensington Market ist wie ein kleines Toronto mitten in Toronto. „Bohemian“ nennen die Kanadier dieses Viertel zwischen der Spadina Avenue und Dundas, Bathurst und College Street, das durch viele kleine, bunt angestrichene Häuser geprägt wird.

In Kensington gibt es keine großen Kaufhäuser, keine superschicken Designerläden. Alles wirkt sehr geerdet. Das kulinarische Angebot in Kensington ist vielfältig, weil in dem Viertel schon lange viele Nationalitäten leben.

Der beste Tag, um das Besondere an Kensington zu erleben, ist der Tag der Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten, das Solistice Festival.

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