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NWZonline.de Ratgeber Reise

Tradition und schnörkellose Fassaden

11.03.2006

HAMBURG Hamburg hat nicht nur für Fußballfans etwas zu bieten. Die Stadt lädt auch zum Bummeln ein.

Von Sven Appel HAMBURG - Grauer Beton beherrscht die großzügige Apartmentanlage in Hamburgs feinerem Stadtteil Rotherbaum. Zwischen den schnörkellosen Fassaden hallen nur die eigenen Schritte wider. Wie ein versteckter Hinweis der Geschichte wirkt ein achtlos auf dem getrimmten Rasen liegen gelassener Ball: Vor einem halben Jahrhundert feuerten hier zehntausende Fußballfans ihren HSV an. Uwe Seeler schoss an diesem Ort einen Großteil seiner Tore für die „Rothosen“. Als Erinnerung an die alte Spielstätte soll an dieser Stelle rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft ein Denkmal enthüllt werden.

Das Denkmal wird auch Wegmarke einer vom HSV-Museum gemeinsam mit einem Stadtrundfahrtunternehmen organisierten Sightseeing-Tour sein. Auf dem Programm stehen neben einigen üblichen Sehenswürdigkeiten wie Reeperbahn und Fischmarkt auch Orte, an denen Fußballgeschichte geschrieben wurde. „Dazu gehört zum Beispiel die Moorweide“, sagt der Leiter des HSV-Museums, Dirk Mansen. Wo heute Studenten auf Tore schießen, deren Pfosten durch aufgetürmte Jacken oder Rucksäcke angedeutet werden, trug von 1881 an der Anglo-American Football-Club seine Spiele aus. Dessen Art Fußball zu spielen, ähnelte jedoch eher dem Rugby.

„Viele Orte, an denen Fußballgeschichte geschrieben wurde, gibt es in Hamburg ja nicht mehr“, bedauert Kicker-Idol Uwe Seeler. Aber die Stadien von Altona 93 und Victoria könne man sich schon ansehen. In Altona wurde 1903 das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ausgetragen – der VfB Leipzig schlug DFC Prag mit 7:2. Altona 93 erreichte im gleichen Jahr das Halbfinale der Meisterschaft. Das Stadion auf dem „Exerzierplatz“, auf dem damals gespielt wurde, ist allerdings einem Gewerbegebiet gewichen.

Der heute von Altona 93 verwendete Platz wurde 1921 eingeweiht – damals mit fast 30 000 Plätzen eines der größten Stadien Norddeutschlands. Seit 1944 heißt die Spielstätte nach dem bekanntesten Spieler des Klubs Adolf-Jäger-Kampfbahn. Der Stürmer brachte es auf 18 Länderspiele. So ist auch das „neue“ Stadion ein historischer Ort.

Das gilt in jedem Fall auch für das Victoria-Stadion im Stadtteil Hoheluft. „Hier steht eine der ältesten Holztribünen Norddeutschlands“, sagt Werner Skrentny, Journalist und Buchautor aus Hamburg. Viel wichtiger noch: 1911 wurde hier das erste Länderspiel in Hamburg ausgetragen. Deutschland verlor vor 7000 Zuschauern 1:3 gegen Schweden. Auch die Gebrüder Seeler, in der Nachbarschaft aufgewachsen, schnürten hier als junge Bengels ihre Fußballstiefel.

Auf der Sportanlage befindet sich auch eine Gaststätte, in der Fußball-Live-Übertragungen zu sehen sind. Das ist ebenso in zahlreichen anderen Kneipen und Restaurants der Fall. Zentraler Anlaufpunkt während der WM dürfte das Heiligengeistfeld sein, auf dem sonst der „Hamburger Dom“ zu finden ist. In direkter Nachbarschaft zum Millerntor – der Heimat des FC St. Pauli – soll dort während des gesamten Turniers das „Fan Fest“ gefeiert werden.

„Wahrscheinlich haben wir die größte Leinwand der Republik“, sagt Guido Neumann vom WM-Team der Stadt Hamburg. Bis zu 50 000 Fans werden hier täglich erwartet. Gefeiert wird aber auch an den Landungsbrücken und rund um die Alster.

Ein Muss für jeden Fußball-Fan, der Hamburg besucht, ist eine Visite im HSV-Museum direkt im Stadion. Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie es damals am Rothenbaum oder später im Volkspark zugegangen ist. Eine Alternative zum Besuch im HSV-Museum sind zwei Ausstellungen im Hamburger Rathaus und im Museum für Völkerkunde. Letzteres steht unweit des ehemaligen Rothenbaumstadions und an der Stelle eines früheren Fußballplatzes. „Wir versuchen, die Ausstellungsfläche einem Stadion nachzuempfinden“, sagt Broder Trede, der zum Ausstellungs-Team gehört. Es hat Exponate aus aller Welt gesammelt.

Im Rathaus wird vom 6. bis 23. Juni die Foto-Schau „Ein Ort der Leidenschaften. 80 Jahre Stadion im Volkspark Altona“ zu sehen sein. Die Aufnahmen stammen aus dem Fundus von Werner Skrentny.

www.hamburg-tourism.de

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