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NWZonline.de Ratgeber Reise

Camper-Abenteuer am Ende der Welt

13.04.2019

Tuktoyaktuk „This is it! Noch weiter nach Norden kannst du auf dem kanadischen Festland nicht fahren!“ Merven Gruben wendet seinen Truck und nickt zum Flake Point hinüber. „Dort werden wir das Schild Arctic Ocean aufstellen! Und dort kommt hoffentlich der Trailerpark hin!“ Die braune Landzunge liegt am nördlichen Ortsrand von Tuktoyaktuk. Es ist einsam und kalt, auch wenn es die Sonne hin und wieder durch die Wolkendecke schafft. Zwei, drei Picknickbänke stehen herum, ein Wohnmobil aus British Columbia und ein vor sich hin rostender Grill.

Dickes Bett aus Schotter

Gruben ist als Bauunternehmer am Bau der Straße von Inuvik nach Tuk beteiligt. Der Kanadier lebt seit seiner Geburt in Tuk und ist mehr als 20 Jahren Bürgermeister der 900-Seelen-Gemeinde. Es fehle an professionell geführten Unterkünften, Restaurants und buchbaren Aktivitäten. Die neue Verbindung macht Gruben Hoffnung: „Die Touristen werden kommen. Tuktoyaktuk ist doch die Endstation des größten Roadtripabenteuers überhaupt!“

Der Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway, kurz ITH, erfüllt das Klischee von Abenteuer. Die erste Probe aufs Exempel kommt bereits in Eagle Plains. Der Truck Stop liegt am Dempster Highway, im Great Alone des Yukon Territoriums. Nach Dawson City im Süden sind es 400 Kilometer, nach Inuvik in den Northwest Territories 300. Dazwischen ist nichts als subarktisches Kanada mit den wuchtigen Tombstone und Ogilvy Mountains und meilenbreiten Tälern, aus denen hin und wieder die Staubfahne eines 40-Tonners emporsteigt.

Eagle Plains ist eine der wenigen Inseln in dieser Leere. Mürrische Trucker, die erst bei Geschichten von Grizzlybären und scharfen Hunden gesprächig werden, legen dort an, und Roadtripper. Mit der Fähre geht es nach Inuvik. Von dort ist der ITH zunächst die reinste Spazierfahrt. Doch dann ist plötzlich Schluss. Zwei Planierraupen blockieren die Fahrbahn. Die Straßendecke werde verdichtet, ruft der Fahrer durchs Seitenfenster, letzte Nacht habe es wieder geregnet. Jetzt sei der Belag butterweich. Man könne aber rechts vorbei fahren.

Um den insgesamt 130 Kilometer langen ITH zu stabilisieren, wurde ein bis zu zwei Meter dickes Bett aus Schotter als Isolierkörper angelegt. So kam mit 2,2 Mio. Dollar pro Kilometer, bezahlt von Ottawa und Yellowknife, eine der teuersten Straßen Kanadas zustande. An einigen Stellen stehen Pullout-Schilder, doch Rastplätze gibt es noch nicht. Plötzlich wird die Einsamkeit unterbrochen, zwei Motorradfahrer stehen mitten auf der Straße. Die beiden sind aus Florida. Einer hat ein Teil vom Vorderrad verloren. Besorgt wirken sie nicht, im Gegenteil. Lieber schwärmen sie von Tuktoyaktuk.

Weiter geht es in die makellos platte Ebene der Tuk Plains kurz vor Tuktoyaktuk. Das Auge klammert sich an kleine, kuppelförmige Erhebungen, sogenannte Pingos. Bis zu 30 Meter hoch können sie werden.

Bunte Häuser auf Stelzen

Ihre Entstehung verdanken sie den extremen Klimaschwankungen, bei denen das Erdreich zerreißen kann und Wasser versickert. Die dabei in den Hohlräumen zurückbleibende Feuchtigkeit lässt in der Folgezeit kontinuierlich wachsende Eislinsen entstehen, die den gefrorenen Boden der Tundra hochdrücken.

Dann taucht Tuktoyaktuk auf. Die Inuvialuit-Gemeinde besticht durch ihre bunten, auf Stelzen stehenden Häuser. Tuks größte Attraktion ist der 49 Meter hohe Ibyuk Pingo. Andere Sehenswürdigkeiten sind der aufgedockte Schoner Our Lady of Lourdes, der einst die Missionsstationen weiter draußen versorgte, und der Nachbau eines traditionellen Grassodenhauses. Im Gemeindezentrum Kitti Hall gibt es ein kleines Museum. Im Büro der kanadischen Bundespolizei kann man Souvenir-T-Shirts kaufen.

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