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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Zurück zu Pfahlbauten und Sauriern

02.06.2018

Uhldingen-Mühlhofen Der Geschichte der Menschheit können Ausflügler und Urlauber auch in Deutschland auf den Grund gehen. Diese sieben Orte eignen sich dafür besonders gut:

Bodensee

Warum baut man eine Siedlung auf Pfählen über dem Wasser? Am Bodensee haben sich die Menschen in der Stein- und Bronzezeit (4000 bis 850 v. Chr.) auf diese Weise gegen Hochwasser, wilde Tiere und feindliche Stämme geschützt. Wie genau, das zeigen 23 rekonstruierte und begehbare Häuser in Unteruhldingen. Eine multimediale Einführung, lebensechte Szenen mit Menschen- und Tierfiguren sowie Werkzeuge in den Häusern veranschaulichen den damaligen Alltag.

(Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, Strandpromenade 6, 88690 Uhldingen-Mühlhofe, Tel.: 07556/92 89 00, www.pfahlbauten.de)

Altmühltal

Vor 147 Millionen Jahren war das Altmühltal eine tropische Insel- und Lagunenlandschaft, in der Dinosaurier lebten. Heute ist der Naturpark einer der wichtigsten Fundorte für Fossilien. Im Dinopark Altmühltal im oberbayerischen Denkendorf führt ein Walderlebnispfad durch 400 Millionen Jahre Erdgeschichte. Naturgetreue Kon­struktionen zeigen, wie zum Beispiel Tyrannosaurus rex und etwa 70 andere Urzeittiere aussahen. Das angrenzende Fossilienmuseum beherbergt Sensationen wie den ältesten versteinerten Archäopteryx. Bis November ist der „T-Rex der Lüfte“ erstmals in einer Flugsaurier-Sonderausstellung zu sehen. Es handelt sich um das Originalskelett des größten und schwersten Flugsauriers, das je gefunden wurde.

(Dinosaurier-Park Altmühltal, Dinopark 1, 85095 Denkendorf, Tel.: 08466/90 46 813, www.dinopark-bayern.de)

Glauburg

Einst lebten Kelten auf dem letzten Basaltausläufer des Vogelsbergs, rund 30 Kilometer nordöstlich von Frankfurt am Main. Dass sie gut mit dem Mittelmeerraum vernetzt waren, wissen die Archäologen nicht erst, seit sie 1996 unter einem Grabhügel eine mannshohe Sandsteinstatue mit seltsamen „Micky-Maus-Ohren“ aus dem 5. Jahrhundert vor Christus fanden. Doch wegen dieses Keltenfürsten und anderer Funde entstand 2011 am Glauberg ein 30 Hektar großer Archäologischer Park mit Museum, Lehrpfad und Forschungszentrum. Weitere „Fenster in die Geschichte“ befinden sich in der Region, etwa das Vulkaneum in Schotten und das rekonstruierte Römerkastell Saalburg im Taunus.

(Keltenwelt am Glauberg, Am Glauberg 1, 63695 Glauburg, Tel.: 06041/82 33 00, www.keltenwelt-glauberg.de)

Neandertal

Beim Kalkabbau fand man 1856 im Neandertal Skelettteile einer bis dahin nicht bekannten Frühmenschenart: den Neandertaler. Inzwischen weiß man, dass Europäer etwa fünf Prozent ihrer Gene von ihm haben. Um den Fundort in Mettmann bei Düsseldorf befindet sich heute das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands mit dem Neanderthal Museum und einem eiszeitlichen Gehege mit Wildpferden, Wisenten und Auerochsen. Im Erlebnismuseum erzählen unter anderem lebensgroße Rekon­struktionen der Vorfahren ihre Geschichten seit den Anfängen der Menschheit in Afrika vor über vier Millionen Jahren. Fast alle Ausstellungen richten sich mit Info- und Mitmachpaketen an Kinder.

(Neanderthal Museum, Talstraße 300, 40822 Mettmann, Tel.: 02104/97 97 0, www.neanderthal.de)

Xanten

Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum in Xanten am Niederrhein feiert am 23. und 24. Juni wieder Europas größtes Römerfest. Gladiatoren, Legionäre, Reiter, Händler und Handwerker führen dann besonders anschaulich in die Römerzeit. Aber auch sonst zeigen wieder errichtete römische Bauwerke und Originalreste auf dem Gelände der antiken Provinzstadt Colonia Ulpia Traiana, wie die Römer vor etwa 2000 Jahren am Niederrhein lebten. Das LVR-Römer-Museum über der Eingangshalle des einstigen Bades zeigt das Leben in Xanten von der Zeit Cäsars bis zur Frankenzeit.

(LVR-Archäologischer Park Xanten, Bahnhofstr. 46-50, 46509 Xanten, Tel.: 02801/712 0, www.apx.lvr.de)

Nebra

Vor knapp 20 Jahren buddelten Raubgräber auf dem Mittelberg eine rund 3600 Jahre alte Bronzescheibe aus – die 32 Zentimer große Himmelsscheibe von Nebra mit Barke, Sonne, Mond und Sternen. Forscher rekonstruierten damit, wie man sich in der Bronzezeit den Weltenlauf vorstellte. Drei Kilometer vom Fundort entfernt schwebt heute die „Arche Nebra“ – mit digitalem Planetarium und Museum – wie eine goldene Himmelsbarke über dem Unstruttal. Ein Waldwanderweg verbindet Arche und Fundort im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland. Die Originalscheibe befindet sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Das Museum ist über einen 77 Kilometer langen Himmelsscheibenradweg mit Nebra verbunden.

(Arche Nebra, An der Steinklöbe 16, 06642 Nebra, Tel.: 034461/25 52 0, www.himmelsscheibe-erleben.de)

Haithabu

Die Seeräuber waren auch geschickte Händler und Handwerker. Das zeigen die rekonstruierten Reste der rund 26 Hektar großen Wikinger-Siedlung Haithabu an der Schlei zwischen Nord- und Ostsee. Die größte frühmittelalterliche Siedlung der Nordmänner hatte Handelskontakte von Grönland bis in die arabische Welt. Heute erfahren Besucher dort, wie die Wikinger lebten und arbeiteten.

(Haithabu, Am Haddebyer Noor 5, 24866 Busdorf, www.schloss-gottorf.de)

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