Durban - Das Adrenalin pumpt, der Puls rast. Kaum 20 Meter entfernt döst ein Gepard unter einer Schirmakazie. Alle Viere von sich gestreckt, liegt er auf der Seite und schlummert. „Er hatte ganz offensichtlich gerade ein üppiges Mahl“, sagt der erfahrene Ranger und deutet auf den erkennbar gewölbten Magen des Tieres. Doch auf einmal geht der Kopf des Raubtiers in die Höhe.

Ein kurzes Fauchen reicht. „Das ist eine klare Warnung – keinen Schritt näher“, warnt der Ranger. Auch wenn der Gepard gerade Siesta hält: Ungefährlich ist er nicht. Doch der Wildhüter kennt seine Tiere. Im landschaftlich traumhaft gelegenen Samara-Wildschutzgebiet in Südafrika bekommt die Begegnung mit der Wildnis eine ganz andere Bedeutung: Der Wildtier-Tourismus ist längst auch abseits des Krüger-Nationalparks salonfähig geworden.

Seit die Währungen vieler Schwellenländer nachgaben, hat sich Südafrika zum Schnäppchenparadies entwickelt. Gerade Urlauber aus Europa bekommen seitdem Erster-Klasse-Service zu kleinem Preis. Außerdem sind die Flugpreise dank des fallenden Ölpreises im Sinkflug. Ein weiterer Vorteil: Südafrika liegt in der gleichen Zeitzone wie Europa.

Alles also bestens beim Südafrika-Tourismus? Mitnichten. „Wir hatten 2014 ein sehr schwieriges Jahr“, sagt die Leiterin des südafrikanischen Fremdenverkehrsverbands SA Tourism, Theresa Bay-Müller. Der Grund heißt Ebola. Obwohl die Krankheit fast 6000 Kilometer weiter nördlich im Westen des Kontinents grassierte, geriet der gesamte Kontinent unter Generalverdacht.

„Wir wissen, dass die deutschen Urlauber nicht nur wegen der Wildtiere, schönen Landschaften und Strände nach Südafrika kommen, sie wollen auch unsere Kultur erleben und die Bevölkerung kennenlernen“, sagt der südafrikanische Tourismusminister Derek Hanekom. Bei den Urlaubern aus Übersee stelle Deutschland das drittgrößte Kontingent – mit Luft nach oben. „Wir sind entschlossen, Südafrika zu einer der gefragtesten 20 Top-Urlaubsziele weltweit zu machen.“ Die Chancen dafür stehen gut.

Südafrika setzt bei seinem Angebot auf Diversifizierung. Ob Wildtier-Beobachtung in den großen Parks, Tauch- und Badeurlaub am Indischen Ozean, Wein- und Schlemmerkurse auf der Kap-Halbinsel oder Ballonfliegen über der Savanne: Das Land trumpft mit seiner Vielfalt. Oft kommt das Angebot auf hohem Niveau daher: Spitzenköche etwa machen das Picknick in der Savanne zum besonderen Erlebnis.