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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Neanderlandsteig führt zu altem Bekannten

05.12.2020

Velbert Den Ofen im historischen Backhaus am Hof Judt heizt Maria Wemmers mit Buchenholz an. Freitags ist Backtag bei den Wemmers: Brötchen aus Weizen-Dinkel-Vollkornmehl, Brote aus Roggen-Weizen-Dinkel werden ab Mittag im Hofladen verkauft.

Das Mehl kommt vom hofeigenen Getreide, das der Landwirt und Metzgermeister Thorsten Wemmers im Windrather Tal anbaut. Seit 2004 bewirtschaften die Wemmers ihren Biolandbetrieb mit 100 Hektar Acker und Grünland. Das hübsche Fachwerkhaus stammt in Teilen noch aus dem Jahr 1788. Der Hof Judt ist einer der fünf Biohöfe im Windrather Tal.

Gesundes von Biohöfen

In Hofläden werden Obst und Gemüse verkauft. Gesund und frisch vom Feld – das ist das Motto. Hofcafés wie zum Beispiel auf dem Hof zur Hellen, gleich gegenüber vom Betrieb der Wemmers, locken am Wochenende zahlreiche Gäste an.

Die Bauernhöfe liegen zwischen Langenberg und Neviges, keine Autostunde entfernt von den Großstädten Düsseldorf, Essen und Wuppertal. Wanderer kommen zu den Gehöften über die Entdeckerschleife Biohöfe im Windrather Tal, ein Abstecher auf dem rund 240 Kilometer langen Neanderlandsteig.

Der kleine Rundkurs ist elf Kilometer lang und leitet die Ausflügler durch die niederbergische Hügellandschaft. Dort wechseln sich Kornfelder, Kuhweiden und Buchenwälder ab. Bäche plätschern ins Tal, über holprige Landstraßen tuckern Traktoren.

Kein felsiger Steig

Die Entdeckerschleife zu den Biohöfen ist einer von 26 Rundwegen, die an den Fernwanderweg Neanderlandsteig andocken. Diese Route führt ebenfalls als Rundstrecke mit 17 Tagesetappen durch den Landkreis Mettmann, entlang der Kreisgrenzen vom hügeligen Velbert bis hinunter nach Monheim direkt am Rhein. Der Steig ist jedoch kein felsiger Steig, wie man bei diesem hoch gegriffenen Namen vermuten kann. Wanderexperten stufen den Weg als leicht bis mittelschwer ein.

Ganze 19 Jahre dauerten die Planungen des Neanderlandsteiges – heute kaum mehr vorstellbar. Anfangs schlug den Planern kalter Wind entgegen: Bedenken zuhauf von Jagdpächtern, Landwirten und Waldbauern. Wozu sollte in der dicht besiedelten und industriell geprägten Region ein Wanderweg gut sein? Damals reisten Urlauber ins Ausland, nicht zum Wandern nach Mettmann und Umgebung.

Attraktive Landschaft

Im Jahr 2014 schließlich konnte die gesamte Rundstrecke eröffnet werden. TV-Moderator und Wanderexperte Manuel Andrack wurde Pate des Neanderlandsteiges. Die Route führt über breite Feldwege, wenig befahrene Nebenstraßen und schmale Waldpfade.

Durch geschützte Heidezonen wie am Stadtrand von Hilden führt der Fernwanderweg auch zum Unterbacher See. Heute ist das einstige Baggerloch ein beliebter Badesee und Segelrevier.

Die gut gekennzeichneten Wege erschließen eine Landschaft, die gegenwärtig für Kurzurlauber und Tagestouristen immer attraktiver wird. So kann es an schönen Herbst- und Wintertagen auf den Wegen richtig voll werden.

Acht Kilometer nur oder doch 19? Wanderer haben zwischen Erkrath-Hochdahl und Mettmann die Wahl. Die kurze Entdeckerschleife Denkmalroute Hochdahl und die lange Schleife Evolutionspfad sind Abstecher in das schluchtenartige Neandertal.

Bedeutender Fund

Rückblende, Mitte August 1856: Italiener entdecken in der Höhle eines Kalksteinbruchs 16 Knochen. Die Gastarbeiter aus Carrara bringen die Fundstücke zum Steinbruchbesitzer Wilhelm Beckershoff, der wiederum den Wuppertaler Naturforscher Johann Carl Fuhlrott informiert.

Der Fossiliensammler deutet die Skelettteile – darunter Schädeldach, Schulterblatt, Schlüsselbein sowie fünf Rippen – als Überreste menschlicher Knochen. Nach neueren Untersuchungen sollen sie um die 40 000 Jahre alt sein. Wissenschaftlich werden sie kurz und bündig als „Neandertal 1“ bezeichnet.

Im Neanderthal-Museum wird die Entwicklungsgeschichte der Menschheit aufgezeigt, anschaulich und multimedial: vier Millionen Jahre von den Anfängen bis in die Gegenwart. Das Haus hat eine futuristisch anmutende Hülle, vor Corona kamen jährlich 160 000 Besucher – eines der erfolgreichsten archäologischen Museen in Deutschland.

Auch die Feldhofer Grotte – Fundort im Jahr 1856 – wurde gestaltet. Sie liegt wenige Hundert Meter vom Museum entfernt und ist über einen Pfad entlang der Düssel zu erreichen.

Dörfliches Fachwerkidyll

Zurück auf den Fernwanderweg Neanderlandsteig: Dörfliche Fachwerkidylle prägt Haan-Gruiten, wo die denkmalgeschützten Wohnhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Ein wenig weiter wartet das ehemalige Rittergut Schöller mit wehrhaftem Turm aus klobigen Bruchsteinen, bereits erbaut im 12. Jahrhundert.

Urige Gasthöfe liegen an der Route wie etwa das Restaurant Zum Kühlen Grund, Rastplatz am Tor zum Neandertal. Kurz vor Neviges beim Hof Blomrath liegt die Quelle der Düssel, aus einem Stein sprudelnd.

Im Kalkumer Forst werden die Wanderer aus der Vergangenheit in die Gegenwart gerissen: Vom nahen Flughafen Düsseldorf aus donnern landende oder startende Jets über die Köpfe hinweg.

Reiseziel:Zwischen Düsseldorf, Essen, Wuppertal und Leverkusen liegt der Kreis Mettmann, der von Touristikern als Neanderland bezeichnet wird. Der Name erinnert an den Neandertaler, dessen Skelett 1856 im Tal des Düssel-Flusses entdeckt wurde. Der Neanderlandsteig führt als 240 Kilometer lange Rundstrecke durch den gesamten Landkreis.


     www.neanderland.de 

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