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NWZonline.de Ratgeber Reise

Costa Brava: Spießig am Mittelmeer war gestern

20.06.2020

Cadaqués /Tossa Die erste Reise an die spanische Mittelmeerküste. Mit 16, 17 oder 18. Bezahlt vom ersten verdienten Geld oder einem Geschenk zum Abitur. Mit dem Bus an die Costa Brava, die wilde Küste. Wer von Ihnen erinnert sich noch daran? Es war damals der Klassiker unter den ersten Reisen als junger Erwachsener.

Wild ist es dort noch immer. In diesem Fall sind aber nicht die Disconächte der Partymeile von Lloret de Mar gemeint. Hauptrolle spielt die Küste selbst. Dieser Fleck Erde, zerklüftet, ungezähmt, spröde und rau. Mit seinen unzähligen kleinen, verträumten Buchten vor türkisblauem Wasser. Mit schneeweißen Orten und Städten, mal romantisch einladend wie Dalís Cadaqués, oder eher zum Weglaufen, wie Blanes und Roses.

Heimweg für Fischer

Die wilde Seite der Costa Brava lässt sich am besten auf dem historischen Küsten- und Fernwanderweg „Cami de Ronda“, auch schnöde GR 92 genannt, erleben. Früher als altbacken belächelt, ist Wandern heute Trendsport. Wer den „Cami de Ronda“ in seiner gesamten Länge erwandern will hat 187 Kilometer vor sich. Von der französisch-spanischen Grenzstadt Portbou bis zum Ziel, der Partyhochburg Lloret de Mar.

In der Zeit seiner Entstehung um das erste Jahrtausend herum war der Pfad Heimweg für Fischer und Seeleute, sowie Wegweiser für in Seenot Geratene. Später rief der Schmuggel mit Tabak, Kaffee und Zucker, Penizillin, Pfeffer und Schokolade die Küstenwache auf den Plan, die auf dem Cami ihre Runde drehte.

Die Beschilderung der insgesamt zehn Etappen, die in drei große Abschnitte gegliedert sind, ist so gestaltet, dass man sich nicht verlaufen kann. Je nach Zeit kann man sie also auch einzeln gehen, beispielsweise als Wochenendausflug. Jedes Teilstück belohnt die Wanderer mit einzigartigen Postkartenmotiven.

Die erste Strecke führt in den alten Fischerort Cadaqués. Es gibt viele schöne Orte auf dieser Welt, dieser gehört ohne jeden Zweifel dazu. Er liegt an den Ausläufern der Pyrenäen, die direkt hinter der Küste auf 600 Meter ansteigen. Bis zum 19. Jahrhundert war Cadaqués nur auf dem Seeweg und beschwerlichen Fußes erreichbar.

Gutes Schuhwerk braucht man auch heute noch, denn die steilen, verwinkelten Gassen bis hoch zur Barockkirche Santa Maria sind ausgetreten und holprig. Unten schaukeln kleine Fischerboote sanft im Wasser. Krumm gewachsene Pinien, mit Felsvorsprüngen verschmolzen, umrahmen die muschelartige Bucht. Wenige Meter von der Uferlinie entfernt reihen sich weiß getünchte Häuser entlang der Promenade. Man sitzt auf der Plaça del Dr. Trèmols an einem Tischchen und isst eine „Taps Dolcos de Cadaqués“ aus der Patisseria La Mallorquina. Die Verkäuferin dort erklärt, dass es sich dabei um die lokale Spezialität handelt, ein in Rum getränktes Biskuitteilchen, das aussieht wie ein Pilz.

Hier muss schon Altmeister Salvador Dalí seinen Cortado getrunken haben. Der exzentrische Surrealist mit dem gezwirbelten Schnurrbärtchen ist in der Nähe geboren und hat nach Jahren im Ausland in der Nachbarbucht Portlligat ein paar Fischerhütten in Atelier und Wohnung umgebaut. Beides lockt jedes Jahr Tausende Dalí Pilger an.

Prachtvolle Architektur

Die zweite Etappe des Cami de Ronda ist mit knapp 82 Kilometer die längste und geht nach L‘Escala, Torroella de Montgri, nach Begur und schließlich nach Palamós. Torroella lockt im Sommer mit Klassikfesten und auch in Begur kommen die Musikfans beim sommerlichen Jazzfestival auf ihre Kosten. Vom Stadtrand aus hat man übrigens einen guten Ausblick auf das hoch gelegene Castell von Begur und die so genannten „Casas Indianas“. Mit Indianern haben die Häuser allerdings nichts zu tun. Es sind auch keine 0815 Häuser, sondern prachtvolle Villen reicher Spanier, die nach Kuba ausgewandert waren und mit großem Vermögen in ihr Heimatland zurückgekommen sind. Viele dieser Villen tragen daher Malereien und Fresken in Anlehnung an die kubanische Kultur.

Die letzte Etappe des Cami de Ronda geht vorbei an Sant Feliu de Guíxols bis zum Ziel in Lloret de Mar. Nur wenige Kilometer vor Lloret liegt das ehemalige Fischerdorf Tossa de Mar. Schon von Weitem ist die Silhouette sichtbar, wie hingegossen, auf einer mit Pinien bewachsenen Landzunge. Sieben Türme umschließen die Altstadt, durch drei Tore gelangt man hinein in ein Gewirr schmaler, mittelalterlicher Gassen. Man fühlt sich wie aus der Zeit gefallen.

Der beste Weg nach oben führt an der Stadtmauer, den Passeig de la Vila Vella entlang. Auf halbem Weg zum Leuchtturm steht man plötzlich vor Ava Gardner. Die bekannte US-Schauspieldiva hatte hier 1951 ihren ersten Farbfilm „Pandora und der fliegende Holländer“ gedreht und Tossa so zur Berühmtheit verholfen. Zum Dank haben die Spanier ihr auf einer Aussichtsplattform mit Blick aufs Meer eine lebensgroße Bronzestatue gewidmet.

Ganz oben, auf dem höchsten Punkt, der 70 Meter über dem Meeresspiegel liegt, steht der Leuchtturm von Tossa de Mar, der gleichzeitig auch ein Museum ist. Nebenan eine unter Pinien gelegene Bar, in der es sich bei Chillout Musik mit Meerespanorama und einem Ava Gardner Cocktail aus Rum und Lavendellikör wunderbar entspannen lässt.

Der Küstenwanderweg ist übrigens auch für Menschen mit Hund geeignet, und was die Organisation betrifft: In direkter Nähe zu allen Etappen sind Unterkünfte in mehreren Preisklassen buchbar. Auch das Gepäck muss nicht selbst getragen werden, ein Service ist eingerichtet.

Die bestenInformationen im Internet finden sich unter:

Empfehlenswert ist eine GPS Outdoor APP.


     www.costabrava-wandern.de 
     www.camideronda.com/de/introduccio.html 
Infos zum Reisen mit Hund:   www.hundeurlaub.de/costa-brava/reiseinfo 
Gepäckservice unter /gepaecktransport-auf-dem-cami-de-ronda   www.costabrava-wandern.de/gepaecktransport-auf-dem-cami-de-ronda 

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