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NWZonline.de Ratgeber Reise

Weißes Gold der Region prägt Kannenbäckerland

27.06.2009

HöHR-GRENZHAUSEN „Wie bitte, eine Auszeit im Westerwald?“ Da mögen etliche den Kopf schütteln. Doch die Mittelgebirgsregion zwischen Rhein und Lahn bietet einiges, um sich durchzulüften und neue Energie zu tanken: Abwechslungsreiche Natur und Verwöhn-Oasen mit entspannter Atmosphäre zum Beispiel.

Bequem liegt es sich auf einer Matratze am Boden. Das wohltuende Halbdunkel trägt dazu bei, sich geborgen zu fühlen. Shiatsu-Therapeutin Birgit Heinrich bewegt sich in einem Hotel in Höhr-Grenzhausen nahe Montabaur behutsam, drückt da mal mit der Handfläche auf eine Körperstelle, führt hier mal mit dem Finger entlang. Mit fließenden Bewegungen, Dehnungen und Druck mit Handballen, Ellenbogen oder Knien versucht sie, Blockaden zu lösen – mit der japanischen Behandlungsmethode soll die Lebensenergie zum Fließen gebracht werden.

In dem Wellnessbereich des Hotels oberhalb der Stadt wird der Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist gesehen. „Wir sind über die Zeit hinweg, wo es nur um Dahindämmern ging. Die Gäste wollen angeregt werden“, erklärt Juniorchefin Christina Heinz, die das Haus in ein Wellness-Hotel verwandelt hat.

Tonbergbau

Höhr-Grenzhausen selbst, etwa zwölf Kilometer östlich von Koblenz am Fuß des Westerwalds gelegen, ist auf den ersten Blick kein touristisches Kleinod. Doch die Stadt birgt einen Schatz: Sie ist Europas größtes Ausbildungszentrum für Keramik.

Hier beginnt auch das Kannenbäckerland, für das das „weiße Gold“ der Region, der Ton, typisch ist. Denn im Westerwald befindet sich das älteste und größte Tonbergbaugebiet der Europäischen Union. Die ersten Töpfereien im Dorf Höhr sind für das Jahr 1402 belegt.

Geschichte und Gegenwart der Tonverarbeitung lernt der Besucher im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen kennen. Der Name sollte nicht täuschen. Unter der Leitung von Monika Gass hat sich das Museum der Gefahr entzogen, ein Heimatkundemuseum zu sein. Mit dem Werkstoff von der Pike auf vertraut, gelang es der Powerfrau, das Haus international zu vernetzen.

Nordic-Walking-Routen

Vom Südwesten der Region führt die Reise nach Bad Marienberg. Mit dem Kneipp-Bad und Höhenluftkurort verbindet sich der Begriff „Hoher Westerwald“. Der schmucke Ort, dessen Altstadt sich auf 485 Metern Höhe erhebt, gilt als Eingangspforte. Das Stadtbild mit seinen schiefergedeckten Fachwerkbauten, der Kurpark mit Barfußpfad, der Apothekergarten und das „Marienbad“ mit seinen Wellnessmöglichkeiten lohnen einen Besuch.

Wer will, kann hier wie auch im Kannenbäckerland die Laufschuhe anziehen und die Stöcke schwingen. Denn um Bad Marienberg gibt es vier Nordic-Walking-Routen, unter anderem eine rund elf Kilometer lange mittelschwere Sebastian-Kneipp-Tour.

Insgesamt lässt sich im Westerwald auf etwa 600 Kilometer walken. Wer sich einen anderen Wind um die Nase blasen lassen möchte, begibt sich auf Kräutersuche. Als „Kräuterwind Gartenroute Westerwald“ haben 20 unterschiedliche Gärten der Region ihre Pforten geöffnet. Dazu wird Schmackhaftes und Duftendes aus Kräutern der Region angeboten – von Schokolade bis zu Schnaps.

Information: Westerwald Touristik-Service, Kirchstraße 48a, 56410 Montabaur, 02602/300 10

www.westerwald.info

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