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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Gute Gründe für einen Trip in den Harz

19.12.2020

Bislang war es chic, an die italienische oder türkische Riviera zu reisen, in diesem Jahr ist alles anders und ein Familienurlaub im eigenen Land ist für viele hip. Der Harz bietet ungeahnte Superlative, die ihn zu einem Erlebnis machen. Es ist das Land der Mythen und Märchen, Hexen und Trolle, unberührter Natur, seltener Pflanzen und Tiere. Auf dem Brocken begegnet man fernab vom lärmenden Alltag an manchen Tagen vor allem sich selbst.

Fachwerkjuwele – Die schönsten Städte

Bei klarer Sicht ist die Stadt Wernigerode vom Brocken aus zu sehen. Mit ihrer farbigen Balken-Optik zählt sie zu den schönsten Orten im Harz. Der Dichter Hermann Löns schwärmte von Wernigerode als „die bunte Stadt“. Das Rathaus sticht hervor und hat in seiner Geschichte schon öfter das Mäntelchen gewechselt. Erst Spielhaus für Theaterstücke, dann Gericht, dann erst Rathaus. Die seltsamsten Gebäude sind das schiefe und das kleinste Haus. Ersteres übertrifft mit seiner Neigung den Turm von Pisa. Und dass früher eine Breite von knapp drei Metern mal 4,20 Metern Höhe zum Leben reichte, ist aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Mit etwa 2000 Fachwerkhäusern aus insgesamt acht Jahrhunderten trägt Quedlinburg das Weltkulturerbe-Siegel. Unzählige herausgeputzte Schönheiten schmiegen sich auf uraltem Kopfsteinpflaster in schwarz-weiß-Optik mit barocken Erkern und reich verzierten Fassaden aneinander. Zum Schluss lohnt sich eine Pause im Café Vincent, wo mehr als einhundert verschiedene Käsekuchen frisch gebacken werden. Die Harzer legen übrigens viel Wert auf regionale Produkte. Und wer ein passendes Souvenir sucht lässt die chinesischen Hexenpüppchen links liegen und greift zu einer echten Flasche Schierker Feuerstein. Ein traditioneller Halbbitter aus Harzer Kräutern und Wurzeln.

Auch Goslar punktet mit kunstvollen Fachwerkhäusern. Eisenbahnnetz, Kupfer und Erz sowie eine Kräuterheilanstalt hatten Goslar Wohlstand mit vornehmen Bürgern und Gilden gebracht. Vor dem Eingang zur Altstadt wachen auf einem grünen Hang Kaiser Barbarossa und Wilhelm I. über die sogenannte Kaiserpfalz. Hier steht der größte Saalbau des Mittelalters. 13 Kaiser und Könige machten den Bau zwei Jahrhunderte lang zum berühmtesten Wohnsitz. Hier wurde deutsche und europäische Geschichte geschrieben. Zu sehen ist sie im Kaisersaal auf 700 Metern zum Teil monumentaler Ölgemälde. Abends tauchen Lichter den romanischen Bau in eine mystische Stimmung.

Ein Stück Skandinavien und die Musik

Nicht weit von Goslar liegt das Tausend-Seelen Dorf Hahnenklee. Hier steht die einzige Stabkirche Deutschlands. Und die ist alles andere als deutsch. Die Gustav-Adolf-Kirche, benannt nach dem schwedischen König, ist 1908 komplett aus Fichtenholz erbaut worden und kommt vollständig ohne Nägel und Schrauben aus. Sie wurde nach norwegischem Vorbild errichtet und erinnert mit ihren Details ganz entfernt an ein Wikingerschiff. Im Turm befindet sich ein großes Glockenspiel, ein Carillon mit 49 Glocken. Es lockt Konzertbesucher aus ganz Europa an.

Der heilklimatische Kurort steht noch für ein anderes musikalisches Erlebnis. In den 40er Jahren starb hier der Berliner Operettenkünstler Paul Lincke. Die wenigsten kennen seinen Namen, die Lieder „Das ist die Berliner Luft“ und „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ aber schon. Als Erinnerung an ihn wird hier alle zwei Jahre der Lincke Ring an deutschsprachige Unterhaltungsmusiker verliehen. Udo Jürgens, Peter Maffay, Udo Lindenberg und viele andere haben ihn schon.

Harzkristall – altes Handwerk

Um Glaskunst geht es in Derenburg, einem Nachbarort von Wernigerode. Die Manufaktur „Harzkristall“ gehört zu den wenigen noch produzierenden Glashütten in Deutschland, die die 2000 Jahre alte Tradition der Glasbläser weiterführen. Seit 70 Jahren werden hier Lampen, Gläser, Vasen, Schalen, Teller, Blumen, Tiere und vieles mehr für bekannte und von bekannten Namen gefertigt. Hier wurden die Lampen für das Abgeordnetencafé im Bundestag geblasen: 190 Leuchten in 70 verschiedenen Farbgläsern. Und auch für einen Tom Cruise Hollywoodfilm wurde hier gefertigt. Die Kunden sind international, die Künstler auch. Beim Rundgang schaut man den Glasmachern über die Schulter und ist live dabei, wie aus einer 1200 Grad heißen Glasmasse mundgeblasene Unikate entstehen. Auf Anfrage kann man auch eine eigene Dekokugel herstellen.

Megazipline – Nervenkitzel am Stahlseil

Das totale Kontrastprogramm bietet die Rappbodetalsperre, mitten im Naturpark Südharz. Eine Schwingbrücke, die „Titan RT“, verbindet die Schieferfelsen beider Talseiten über der Bode. Festes Schuhwerk und etwas Mut sind erforderlich, um die schwankende Seilbrücke in 100 Metern Höhe zu überqueren. Die echten Adrenalinjunkies stürzen sich liegend mit 85 Sachen in der größten Seilrutsche Europas mehr als 100 Meter in die Tiefe. Einen Kilometer lang ist der Wahnsinnsritt durch die Schlucht.

Grenzweg – deutsch-deutsche Erinnerungen

Der Harz steht auch für die Narben deutsch-deutscher Vergangenheit. Nahezu 100 Kilometer lang zieht sich der Grenzweg durch die Region. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegen unzählige historische Punkte: Grenzsteine, Zeugnis von Trennung und Wiedervereinigung der beiden deutschen Teile, originale DDR-Grenzanlagen, eine ehemals geteilte Talsperre und die Zwei-Länder-Eiche. Bittersüße Erinnerungen an bewegte Zeiten.


     www.stabkirche.de 

     www.harzkristall.de 

     www.harzdrenalin.de 
     www.reiseland-niedersachsen.de/erleben/wandern/wandertouren/harzer-grenzweg-am-gruenen-band 

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