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NWZonline.de Ratgeber Reise

Wo die Markgräfin zum Tanz bittet

05.07.2014

Ansbach Am Eingang zum weitläufigen Hofgarten wartet schon Markgräfin Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach (1714–1784), die kleine Schwester von Friedrich dem Großen, in einem mit Goldfäden bestickten grünen Taftkleid auf uns. Ihr 300. Geburtstag wird in Ansbach das ganze Jahr über gefeiert. Im bürgerlichen Leben heißt unsere charmante Begleitung, die uns durch Hofgarten und Orangerie führt, Renate Weinmann und tanzt Rokoko.

„Sieben Meter Stoff sind in diesem Kostüm verarbeitet, 100 Stunden Handarbeit stecken in der feinen Stickerei“, erzählt sie. Jedes Jahr finden Anfang Juli im barocken Hofgarten die Rokoko-Festspiele mit Musik, Tanz und Feuerwerk statt. Ansbach gilt als die „Stadt des fränkischen Rokoko“ schlechthin. Italienische Baumeister wie Gabriel de Gabrieli und Leopoldo Retty haben die verspielte Architektur der Stadt geprägt. Die historische Altstadt blieb im Zweiten Weltkrieg verschont, allerdings gingen auf Orangerie, Hof- und Fuchsgarten etliche Bomben nieder.

Die Anfänge des Gartens reichen ins 16. Jahrhundert zurück. Der Hofgarten wurde schon von Leonart Fuchs (1501–1566) erwähnt, der sechs Jahre als Leibarzt für den Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach (1484–1543) tätig war. Fuchs gilt als einer der „Väter der Botanik“, nach ihm wurde auch die „Fuchsie“ benannt. In seiner Ansbacher Zeit begann Fuchs, sein berühmtes Kräuterbuch „Historia Stirpium commentarii insignes“ (deutsche Ausgabe: New Kreüterbuch; 1543) zu schreiben. Etliche der 500 von Fuchs beschriebenen Heil-Pflanzen sind in der Neuanlage des Fuchs-Gartens zu sehen.

Mittelpunkt des Hofgartens ist die 102 Meter lange Orangerie, nach französischem Vorbild gebaut. Auch der Hofgarten wurde nach französischem Gartenideal neu gestaltet. Markgräfin Christiane Charlotte (1694–1729) hat mit der 1724 angelegten doppelten Lindenallee, auch „Lindendom“ genannt, seine Grundstruktur bis zum heutigen Tag vorgegeben.

Bereits im Barock war der Ansbacher Hofgarten berühmt für seine 180 großen Kübelpflanzen, darunter Zi­trus-, Orangen- und Olivenbäumchen. Zwei Wochen dauert es jedes Jahr, bis Mitte Mai alle 300 Pflanzen in „Versailler Kübeln“ ausgeräumt und vor der Orangerie platziert sind. Eine Gärtnerin ist ganzjährig nur für ihre Pflege abgestellt.

Im Hofgarten und in der Stadt stehen Denkmale für Kaspar Hauser – das vermutlich adlige Findelkind, das 1828 aus dem Nichts auftauchte und 1833 im Hofgarten niedergestochen wurde. Kaspar-Hauser-Museum und -Festspiele erinnern daran.

Ansbach ist auch die Geburtsstadt des Dichters Friedrich Wilhelm Güll (1812–1879), dessen Reime wie „Gefroren hat es heuer. . .“ und „Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen. . .“ viele Menschen in ihrer Kindheit begleitet haben. Nicht weniger bekannt ist das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald, das vom Ansbacher Ernst von Bandel (1800–1876) erbaut wurde. Beiden hat die Stadt ein Denkmal gesetzt.

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