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NWZonline.de Ratgeber Reise

Wo Seehunde vor der Haustür liegen

30.07.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-07-30T05:36:32Z 280 158

Deutschland:
Wo Seehunde vor der Haustür liegen

Langeneß Es sind die kleinen Dinge, die einen Urlaub auf einer Hallig so erholsam und unterhaltsam machen: ein komfortables Hotel, hervorragendes Essen, ein Spaziergang durchs Watt, eine Radtour oder das Beobachten der Vogelwelt. Großes Kino ist, wenn eine Möwe eine Auster nach der anderen aus fünf bis acht Metern Höhe so lange auf die Steine fallen lässt, bis die harte Schale zerplatzt, um dann ihre Beute gierig zu verschlingen. Wir sitzen dabei ganz entspannt auf der Holzbank am Leuchtturm und schauen dem intelligenten Tier zu – bis ein Austernfischer ihm die Beute abjagt.

Begonnen hat unser Hallig-Abenteuer im Hafen von Schlüttsiel (Schleswig-Holstein). Als die Fähre „Hilligenlei“ den Hafen verlassen hat, beginnt das Gefühl von Freiheit und Entschleunigung. Mit jeder Seemeile wird die Luft frischer und angenehmer. Zügig bahnt sich das Schiff im markierten Fahrwasser seinen Weg durch die Nordseewellen nach Hallig Hooge, vorbei am winzigen Oland und an Langeneß, die längste Hallig. Die ganze Fahrt über sind die beiden „Schwestern“, die durch einen Versorgungsdamm verbunden sind, auf der Steuerbordseite zu sehen.

Doch es soll noch fast zwei Stunden dauern, bis wir in Langeneß bei der Rixwarf anlegen. Auf den 16 kleinen Warfen (auf Langeneß schreibt man Warft ohne „t“), die sich wie Perlen an der Schnur über das zehn Kilometer lange Atoll erstrecken, reihen sich die Häuser dicht an dicht.

„Hooge ist die kleinere, aber bekanntere Hallig. Langeneß ist noch sehr ursprünglich. Hooge ist fußläufiger und stärker touristisch geprägt. Vor allem, weil Tagestouristen aufgrund des Fähren-Fahrplans dort eine Stunde länger Aufenthalt haben“, erklärt uns Hotel-Chef Malte Karau, Inhaber vom Vier-Sterne-Haus „Anker’s Hörn“ auf der Mayenswarf und vom Hotelrestaurant „Hilligenley“.

Weil Tourismus auf Langeneß ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, vermietet fast jeder Hausbesitzer Pensionszimmer oder Ferienwohnungen. 106 Einwohner, darunter 17 Kinder, leben auf der Hallig, die ich nicht „Insel“ nennen darf, denn dann erhalte ich von Einheimischen sofort eine Rüge.

Auf Hooge gehen die meisten von Bord. Nur zwei Pkw, der Trecker mit den Post- und Gepäckwagen, der Edeka-Sprinter aus Niebüll, der Bewohner und Feriengäste zweimal wöchentlich mit frischer Ware beliefert, sowie einige Übernachtungsgäste fahren mit der Fähre weiter. Der Leuchtturm von Langeneß, das Wahrzeichen, grüßt schon von Weitem. Es ist Niedrigwasser: Wie für uns bestellt liegen fast zwei Dutzend Seehunde auf der Sandbank. Dahinter sehen wir „Hilligenley“, das für vier Tage unser gemütliches Domizil sein wird und vom Anleger aus gut zu Fuß zu erreichen ist.

Am Anleger warten Vermieter mit ihren Autos auf die Gäste. Tagesgäste leihen sich beim Kiosk auf der Rixwarf ein Fahrrad, um damit das Eiland zu erkunden. Dort gibt es auch ein kleines Info-Zentrum zum Nationalpark Wattenmeer. Das größere mit der Schutzstation Wattenmeer befindet sich auf der Peterswarf, etwa sieben Kilometer weiter östlich.

Auf den saftig-grünen Salzwiesen weiden Schafe und rund 100 „Welsh Black“-Rinder, die so friedlich sind, dass ich sie streicheln kann. Hotelier Malte Karau hat die Zucht vor einigen Jahren als Hobby begonnen. Jetzt landet das Fleisch als Wurst im Verkauf und in den hoteleigenen Küchen.

Nur ein schwarzer Bulle steht in „Einzelhaft“ in einer stabilen Umzäunung, abseits der anderen Tiere. „Er hat statt der Welsh-Black-Kühe ,Blondinen‘ bevorzugt und war auch durch den Elektro-Zaun von ihnen nicht fernzuhalten“, sagt Karau. „Jetzt muss er 14 Tage allein verbringen“, erklärt er die Erziehungsmaßnahme mit einem Augenzwinkern.

Anreise: Mit der Bahn bis Bredstedt, weiter mit dem Bus nach Schlüttsiel. Mit dem Auto bis Hafen Schlüttsiel. Plätze für die Fähre müssen vorab reserviert werden unter Telefon  04667/940 30 oder online (www.faehre.de), Personen-Karten gibt es am Kassenhäuschen vor Ort.

Freizeit: „Kultur auf den Halligen“ mit Theater und Livemusik gibt es im Gasthaus „Hilligenley“. Im Kapitän-Tadsen-Museum aus dem Jahre 1741 sind über 1600 holländische Wandfliesen zu sehen. Führungen montags bis sonnabends 13.30 Uhr. Das Nationalpark-Seminarhaus bietet Übernachtungsmöglichkeiten und verschiedene Führungen an.

Informationen: Gemeinde Langeneß und Oland, Ketelswarf 1, 25863 Hallig Langeneß, Telefon   04684/217.


     www.langeness.de 
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