DELMENHORST - Uwe Schwemmler stört vor allem eines: „Es wird nicht mit pädagogischen Gründen argumentiert, sondern es geht um die Finanzen“, kritisiert der Leiter der Grundschule Iprump. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um die letzte Volle Halbtagsschule in Delmenhorst. Ein Plan der Landesregierung sieht es vor, kurzfristig Volle Halbtagsschulen in Verlässliche Grundschulen umzuwandeln. Mit der beabsichtigten Anpassung sollen Beanstandungen des Landesrechnungshofes aufgegriffen werden.
Bankrott-Erklärung
Seit Anfang der 90er Jahre ist die Grundschule Iprump Volle Halbtagsschule. Schwemmler und auch die Eltern stehen hinter dem Modell: „Es ist das pädagogisch bessere Konzept und sollte nicht aus finanziellen Gründen abgeschafft werden“, sagt der Schulleiter und fügt hinzu: „Das wäre eine Bankrott-Erklärung.“
Im Unterschied zur Verlässlichen Grundschule ist der Vormittag an einer Vollen Halbtagsschule komplett durch Unterricht von Lehrern abgedeckt. Er beinhaltet keine freiwilligen Betreuungszeiten, die von eingekauften pädagogischen Mitarbeitern gewährleistet werden.
Freiwillige Betreuung
Rund 25 Lehrerstunden würden der Umwandlung in eine Verlässliche Grundschule zum Opfer fallen, schätzt Schwemmler: „Das ist fast die Stundenzahl einer Lehrkraft.“ Stattdessen würden pädagogische Mitarbeiter eine freiwillige Betreuung anbieten.
„Die Umwandlung in eine Verlässliche Grundschule ist eine unendliche Geschichte“, berichtet Schwemmler. In der Vergangenheit habe es immer wieder Überlegungen gegeben, dieses Modell zu kippen. Beschlüsse seitens der Elternschaft, aber auch aus dem Schulvorstand und der Gesamtkonferenz hätten indes immer wieder deutlich gemacht, dass eine Volle Halbtagsschule bevorzugt wird.
„Wir werden reagieren“, ist sich Schwemmler sicher. Zunächst hofft er aber, direkt aus dem Kultusministerium zu erfahren, was nun tatsächlich geplant ist. Bisher sei er nur über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft indirekt informiert worden.
