DELMENHORST - Das seit zwei Jahren in Delmenhorst laufende Projekt „wellcome – praktische Hilfen für Familien nach der Geburt“ wird künftig nicht mehr vom Kinderschutzbund betreut. Zum 1. Januar hat die Evangelische Familien-Bildungsstätte (EFB) die Trägerschaft übernommen. Der Wechsel hat nach Angaben der Kinderschutzbund-Vorsitzenden Irma Michel vorrangig finanzielle und personelle Gründe. „Wir können das nicht mehr leisten“, erklärt sie.
Mit dem Übergang hat auch die bisherige Koordinatorin Svenja Lauter ihre Tätigkeit aufgegeben. Neue Ansprechpartnerin ist Anke Grade. Sie ist wie bisher unter 04221/2713394 zu erreichen. Ihre offizielle Arbeitszeit beträgt allerdings nur fünf Stunden pro Woche. Außerhalb dieser Zeiten können sich Interessenten deshalb auch an EFB-Leiterin Christine Peters unter 04221/998720 wenden.
Nach Geburt unterstützen
Ziel von „wellcome“ ist es, junge Familien mit einem Baby bis zu zwölf Monaten in der oftmals schwierigen Zeit nach der Geburt zu unterstützen. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen kommen ins Haus und übernehmen dort den Part einer Oma oder netter Nachbarn“, erklärt Svenja Lauter. „Hauswirtschaftliche Arbeiten gehören nicht dazu“, stellt sie klar. Hilfestellung gibt es unter anderem bei der Betreuung von Neugeborenen oder auch Geschwisterkindern.
„Manchmal hören wir auch einfach nur zu“, berichtet Svenja Lauter. Die junge Mutter soll entlastet werden, damit sie Zeit für eigene Interessen wie Friseur- oder Arztbesuche hat. „Wenn die Mutter zufrieden ist, sind es die Kinder zumeist auch“, erklärt Kirsten Masala vom Kinderschutzbund. Für die Hilfe wird eine Gebühr von vier Euro pro Stunde berechnet, eine Ermäßigung ist möglich.
Üblicherweise kommen die Helferinnen, die auf ihre Einsätze vorbereitet werden, etwa zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden in die Familien. Ihre Koordination übernimmt Anke Grade. Sie vermittelt auch die Kontakte zwischen Familien und Ehrenamtlichen, begleitet die Helferinnen und betreut die Netzwerkarbeit.
16 Familien betreut
Von den zeitweise 12 bis 13 Helferinnen der vergangenen beiden Jahre sind jetzt noch fünf geblieben. Betreut wurden bisher 16 Familien. „Wir sind offen für neue Ehrenamtliche“, sagt Christine Peters. Zu den Kooperationspartnern von „wellcome“ gehören unter anderem Kliniken, Hebammen, Gynäkologen, Kinderärzte und Kirchengemeinden.
