DELMENHORST - Für möglichst viele Kinder sollen die Lern- und Entwicklungsbedingungen durch Angebote in der elementaren Bewegungserziehung verbessert werden: So steht es in einer Mitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums zum Thema „Bewegter Kindergarten“. In Delmenhorst wird bereits seit Jahren daran gearbeitet, die motorische Entwicklung von Kindern zu fördern.
Ausgehend vom „Runden Tisch Unfallprävention“ sind verschiedene Initiativen gegründet worden, erinnerte Dr. Johann Böhmann, Chefarzt der Delmenhorster Kinderklinik und eine der treibenden Kräfte im Verein „Gesundheit im Kindesalter“ (GiK), am Montag auf einem Fachtag zum Thema Bewegungsförderung im Kindesalter. Kinder würden bei entsprechender gezielter Unterstützung nicht nur motorisch geschickter, schneller und kräftiger, sondern würden auch aufmerksamer für sich und ihre Umwelt. Deshalb, so der Kinderarzt, sei psychomotorisch orientierte Bewegungserziehung auch ein Element der Unfallprävention.
Geld für die Unterstützung von Bewegungsförderung sei durchaus vorhanden, versicherte Liesel Westermann-Krieg vom Kultusministerium in ihrem Grußwort zum Fachtag. Sie ermunterte die versammelten Vertreterinnen diverser Delmenhorster Kindergärten, diese Fördermöglichkeiten auch auszuschöpfen.
Ob der vom Ministerium empfohlene Bewegungskalender gegenüber den bislang praktizierten Übungen tatsächlich nennenswerte Vorteile bringt, wird gegenwärtig im Rahmen eines GiK-Projektes überprüft. Nach einem ersten Durchlauf im Herbst ist vor wenigen Wochen ein weiterer Motoriktest in vier Kindergärten durchgeführt worden. Bei jedem zweiten Kind gab es Verbesserungen, bei zehn Prozent ein unverändertes Ergebnis und bei 40 Prozent ein schlechteres, berichtete GiK-Mitarbeiterin Britta Busse. Ein halbes Jahr sei allerdings noch zu kurz, um aussagekräftige Ergebnisse präsentieren zu könne.
Der Lions-Club Delmenhorst-Burggraf nutzte den Fachtag, um die Kita-Arbeit durch Lärmampeln zu unterstützen, die Kindern optisch deutlich machen, wenn sie zu laut werden. Präsident Bernd Oetken sagte bei der Übergabe von zehn Geräten, sie sollten das Zusammenleben in den Kitas weiter fördern.
