DELMENHORST - DELMENHORST/NCH - Im Stephanusstift ist CDU-Oberbürgermeisterkandidat Heinz Stoffels gestern nicht zum ersten Mal gewesen. Bis 1972 besuchte er den benachbarten Kindergarten und war mit seiner Gruppe oft zu Besuch bei den Bewohnern des Stiftes.
„Diese Tradition pflegen wir auch heute noch“, erzählt der Leiter des Stephanusstifts, Dieter Wortmann. „Kinder bringen Leben ins Haus.“
Stoffels ließ sich gestern von Wortmann das Seniorenheim zeigen. Der Leiter begrüßte den Besuch. Er nutze die Gelegenheit, um auf die „verflixte Dokumentation“ in Seniorenheimen aufmerksam zu machen.
Alles müsse dokumentiert werden. Die Zeit, die für Pflege und Betreuung investiert werden kann, werde immer geringer. Das Pflegepersonal verbringe viele Stunden vor den Computern. „Dokumentation gehört dazu, aber mittlerweile hat sie Überhand genommen“, beklagt Wortmann.
60 Menschen arbeiten im Stephanusstift. In der Pflege sind 25 Vollzeitstellen besetzt, im hauswirtschaftlichen Bereich elf. Kapazitäten, die auch dringend benötigt werden. „Alle 71 Heimplätze sind belegt“, berichtet Wortmann stolz und weist auf eine Umfrage unter den Bewohnern hin, die ergab, dass ein Großteil der Senioren das Heim aufgrund des „guten Rufes“ gewählt habe. Die Bewohnerzufriedenheit werde mit der Note 1,6 angegeben.
„Ein guter Ruf kostet auch Geld“, fügt der Leiter hinzu. Um diese Qualität halten zu können, brauche man gutes Personal. „Kostenneutral lässt sich ein tariflich gebundenes Haus wie das Stephanustift nicht führen“, merkt Wortmann an. Eine Liquiditätsdecke – wie sie derzeit besteht – könne keine Lösung auf Dauer sein. „Die Kassen müssten mehr Geld zur Verfügung stellen“, so Wortmann.
