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NWZonline.de Ratgeber Familie Rund ums Kind

LESEFÖRDERUNG: Endstation für den Bücherbus

29.06.2005

WILHELMSHAVEN WILHELMSHAVEN - „Wir können uns keine Bücher mehr ausleihen.“ Traurig und enttäuscht kamen die Voslapper Grundschüler in ihre Klasse zurück. Frohgemut waren sie – wie alle zwei Wochen üblich – zum Bücherbus gelaufen, um die ausgelesenen Bücher gegen neue Lektüre auszutauschen. Doch die gab es nicht mehr. Der Bücherbus macht seine letzten Fahrten ausschließlich zum Einsammeln der verliehenen Medien.

Britta Templin-Skarupke, Klassenlehrerin der Klassen 1b und 2b hat wenig Verständnis für die Entscheidung, den Bücherbus einzustellen, auch wenn sie weiß, dass wirtschaftliche Argumente dafür sprechen könnten. Aber was ist mit den nach der Pisa-Studie lauter gewordenen Forderungen, die Lesekompetenz der Kinder zu stärken?

Als Ersatz sollen die Grundschulen, die bislang vom Bücherbus angesteuert wurden, mit Schulbüchereien ausgestattet werden. Mit diesem Thema wird sich heute der Kulturausschuss beschäftigen. Acht der zehn Grundschulen haben ihr Interesse angemeldet. Finkenburgschule und Elisabethschule, die sich ein Gebäude teilen, wollen auch die Bücherei gemeinsam nutzen. Außerdem hätten auch fünf Schulen, die nicht vom fahrbaren Bücherangebot profitierten, gern eine eigene Bücherei.

Ist der Ersatz vollwertig? in Voslapp gibt es keine eindeutige Antwort. Jede der zwölf Büchereien soll etwa 375 Medien aus dem Bestand des Bücherbusses erhalten, dazu rund 460 Medien als einmalige Ergänzung.

Die Voslapper Schulelternratsvorsitzende Karin Langer reagiert entsetzt über die Einstellung des Bücherbusses. So wie sie selbst vor 30 Jahren im Wiesenhof liebten es auch ihre Kinder, alle zwei Wochen im ständig wechselnden Sortiment zu stöbern.

Diese Aktualität, diese Vielfalt wird eine Schulbücherei nicht bieten können, nicht einmal, wenn die Schulbüchereien jährlich 1250 Euro für Ergänzungen erhalten sollten, wie die Verwaltung vorschlägt. Karin Langer beklagt aber auch die mangelnde Information der Bürger. Zwar habe es seit langem Gerüchte – ausgelöst durch den Prüfauftrag an die Verwaltung – gegeben. Aber als sie Mitte vergangenen Jahres bei der Stadtbücherei nachfragte, sei sie beruhigt worden. Es gebe keinen Grund, sich Sorgen zu machen, habe es geheißen. Ähnlich seien die Auskünfte gewesen, als erst der Fahrer erkrankte und dann der Bus einen Schaden hatte. Das endgültige „Aus“ empfindet sie als „Nacht- und Nebelaktion.“

Der Bücherbus war nicht nur fester Bestandteil des Voslapper Schulalltags, sagt Karin Langer. Auch der Kindergarten Wattwurm nutzte ihn für die Vorschulkinder – und Familien, denen die Leseerziehung ihrer Kinder am Herzen liegt.

Der Weg aus dem Stadtnorden zur Stadtbücherei ist weit. Zu weit, um die Ausleihe dort als Alternative zum Bücherbus zu sehen, meint auch Michael Wechsler, als Diakon in der Friedenskirche in Fedderwardergroden für Jugendarbeit zuständig.

Der Bücherbus gab auch Kindern die Chance, sich mit Büchern zu versorgen, deren Eltern sich wenig um den Lesehunger des Nachwuchses kümmern. Die Bedürfnisse dieser Kinder, die besonderer Förderung bedürften, bleiben nun auf der Strecke, befürchtet Wechsler. Sein galliger Kommentar: „Kinder sind wichtig – aber kosten darf es nichts.“

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