Delmenhorst - Als sie sah, wie Jungen und Mädchen auf einem Spielplatz im Wollepark hungrig auf das Essen anderer Kinder starrten, wusste, sie dass sie etwas tun musste, erzählt Britta Burke, die Vorsitzende des Vereins für Kinderhilfsprojekte „Stars for Kids“. Die gemeinnützige GmbH „Neue Arbeit“, die Delmenhorster Jugendhäuser mit Essen aus ihrer Lehrküche belieferte, war insolvent geworden, das bis dahin kostenlos ausgegebene Mittagessen gab es nicht mehr.

Burke fand übers Internet und über Mundpropaganda Mitstreiter für ihre Sache. Sie organisierten ein Konzert in der Markthalle. Und sie wollten sich als Verein organisieren. „Uns hatten für das Konzert einige bekannte Künstler zugesagt, und mein Sohn schlug damals lapidar vor, unseren Verein ,Stars for Kids‘ zu nennen.“

Mittlerweile hat der Verein 70 Mitglieder, die aus allen gesellschaftlichten Schichten stammten, erzählt der Journalist Thomas Breuer, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein regelt.

Über Spenden kamen in 2013 etwa 20 000 Euro zusammen. Von diesem Geld werden seit März pro Woche 260 kostenlose Mittagessen in sechs Jugendhäusern der Stadt verteilt. Bei der Zubereitung und der Auslieferung so vieler Essen ist der Verein auf die Hilfe und Unterstützung des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land, der Caritas und des Deutschen Roten Kreuzes angewiesen.

„Sonst wäre das logistisch nicht machbar“, sagt Tanja Berger vom Vorstand. „Ein solches Projekt unterstützen wir gern“, sagt Franz-Josef Franke, Leiter der Diakonie. Auch die Bundeswehr habe schon gefragt, ob sie bei Projekten behilflich sein könne, so Breuer. Für das kommende Jahr streben die Vereinsmitglieder eine Spendensumme von etwa 28 000 Euro an. Mit dieser Summe wären die Mittagessen fürs Jahr 2015 gesichert. Spenden sammelte der Verein auch beim kürzlich stattgefundenem Spargelfest und bei der Delme-Expo. Etwa 2000 Euro gaben die Delmenhorster und ihre Gäste an den beiden Wochenenden, berichtet Breuer. Positiv sei, dass der Verein bei solchen Veranstaltungen keine Standgebühren zahlen müsste, zudem druckten Unternehmen der Stadt kostenlos Flyer und Plakate für den Verein, was ihn finanziell entlaste.

Für diesen Monat ist auch eine Aktion mit einem Lebensmittelhersteller aus Verden geplant. Der will in einer bestimmten Zeitspanne für jedes verkaufte Produkt aus seiner Artikelpalette in den Filialen einer Supermarktkette in der Stadt ein Mittagessen spenden, erzählt Breuer.

Auch wenn sie viel Unterstützung von den Delmenhorstern erfahren habe und erfahre, habe sie auch negative Erfahrungen gemacht, erzählt Britta Burke. „Einmal sagte mir jemand, ,uns hat 1947 auch keiner geholfen‘. Andere sind einfach der Meinung, dass das der Staat machen muss“, erinnert sie sich.