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NWZonline.de Sport Runde Sache

Videobeweis – der unbekannte Bekannte

15.06.2018

Oldenburg Um es gleich vorweg zu sagen. Ich war und bin für die Torlinientechnik (Goal Control) – aber gegen den Videobeweis. Das Elfmetertor in der Halbzeitpause des Bundesligaspiels zwischen Mainz 05 und dem SC Freiburg hat mir endgültig den Rest gegeben. Auch wenn es angeblich 64 Prozent gerechtere Entscheidungen mit Hilfe des Videoassistenten (VAR) gab, zu viele Interpretationsmöglichkeiten, zum Beispiel bei Handspielen oder Fouls, sind geblieben. Selbst bei der Vergabe von Roten Karten war man sich auf dem Platz und in der Videozentrale in Köln oft nicht einig.

Der Flachs blühte und Fragen tauchten auf, ob der VAR gerade auf Toilette oder eingeschlafen war. Zudem blieben die Fans im Stadion rat- und hilflos zurück. Sie wussten frühestens nach den Spielen, was los war. Bilder und Infos standen nur für die TV-Zuschauer zur Verfügung.

Und doch – irgendwie fehlen mir seit dem Saisonende die oftmals aufwühlenden Diskussionen über den VAR. Jede Woche diese Aufregung und heftige Auseinandersetzung gerade auch in den sozialen Netzen. Wir hatten tatsächlich – was vorher ich nicht für möglich hielt – noch heftigere Dispute als zuvor über das, was auf dem Spielfeld geschah. Schimpfen, lästern, lustig machen – und das schon während der Spiele. Zeitweise war auf Twitter mehr los als auf den Plätzen.

Rolf Fuhrmann kommentiert für NWZonline die Fußball-Bundesliga. Foto: Georg Wendt/dpa

Aber nun dürfte meine Leidenszeit zu Ende sein. Die Fifa wird erstmals den Videobeweis auch bei der Weltmeisterschaft in Russland anwenden, und das sogar mit Live-Bildern und Informationen für die Zuschauer im Stadion. Großartig! Endlich können die Fans direkt von den Tribünen mitmischen.

Dumm nur, wenn sie da mit dem, was entschieden wird, nicht einverstanden sind. Was passiert dann? Bleibt es bei verbalen Attacken oder werden sie in welcher Form auch immer ausrasten? Ich möchte gar nicht wissen, was passiert wäre, hätten die Liverpool-Fans im Champions League Finale den Ellenbogenstoß von Sergio Ramos an Torhüter Loris Karius in Zeitlupe auf der Videowand gesehen.

Aber nein, die Fifa hat ja alles durchdacht und für alle Eventualitäten vorgesorgt. Neben dem Videoassistenten wird ein weiterer Schiedsrichter und ein Assistent im Studio speziell für Abseitsentscheidungen zum Einsatz kommen. Und dann gibt es noch einen weiteren Offiziellen, der eingreifen kann. Wow! Vielleicht haben die sich dann ja alle nach 5 Minuten mit dem Stadionschiedsrichter geeinigt. Immerhin: Zeit zum Kühlschrank zu gehen.

Das ist Neuland für Alle und ein durchaus riskantes Unterfangen der Fifa, auch wenn man alle Videoschiedsrichter geschult haben sollte. Nicht alle haben aber das schon in der Praxis erlebt.

Das wird ein Fest. Wir werden es auskosten, schmunzeln, schimpfen, Haare raufen und Weltmeister werden. Es sei denn, im Finale gegen Spanien erdreistet sich dieser Ramos, unsere Spieler übel zuzurichten. Wehe! Dann werde ich die Fifa zum Mond schießen und für den Spexit (Spaniens Austritt aus der EU) eintreten. Smile – alles wird gut!

Weitere Kolumnen von Rolf Fuhrmann zur Bundesliga und zur WM finden Sie in unserem Online-Spezial.

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