Sande/Friesland - Traurige Entwicklung auf Frieslands und Wilhelmshavens Straßen: Seit vier Jahren nimmt die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Auto- und Motorradfahrern und auch Fußgängern deutlich zu. Vier Menschen kamen 2009 in Friesland und Wilhelmshaven ums Leben, 2011 waren es sieben und in diesem Jahr, das noch nicht vorbei ist, sind es bereits zehn. Im gesamten Bereich der Polizeidirektion Oldenburg verloren voriges Jahr 135 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

„Wir haben einen dramatischen Aufwärtstrend auch bei der Zahl der Schwerstverletzten“, erklärt Polizeidirektor Klaus-Dieter Schulz von der Polizei-Inspektion Wilhelmshaven-Friesland. Hauptursache solcher Unfälle ist überhöhte Geschwindigkeit. Die Polizei intensiviert deshalb landkreisweit ihre Geschwindigkeitskontrollen.

Nach dem nicht unumstrittenen länderübergreifenden 24-Stunden-Blitzer-Marathon Ende Oktober ist nun Halbzeit einer weiteren Geschwindigkeitsmesswoche, in der mit Unterstützung aus anderen Inspektionen ein Aufgebot von 200 Beamten im Einsatz ist, erklärt Polizei-Vizepräsident Dieter Buskohl.

An im ganzen Landkreis und in Wilhelmshaven eingerichteten Messstellen wird mit Radarwagen sowie Lasermesspistolen das Tempo kontrolliert. Mindestens sieben mobile Blitzer sind dabei an wechselnden, aber unfallträchtigen Orten im Einsatz. Unterstützt werden die Polizeibeamten dabei auch von Mitarbeitern des Landkreises Friesland und der Stadt Wilhelmshaven.

Bis Mittwochabend haben seine Kollegen im Inspekti­ons­bereich 36 000 Fahrzeuge kontrolliert, zog Klaus-Dieter Schulz am Donnerstag an der K 99 bei Sande Zwischenbilanz. Bisher seien seit Beginn der Messwoche am vorigen Sonnabend im Kreis rund 400 Autofahrer angehalten worden, die „deutlich zu schnell unterwegs“ waren.

Den Spitzenwert hält ein Raser, der mit Tempo 170 unterwegs war, wo 100 km/h erlaubt waren. Zwei Monate Fahrverbot und 400 Euro Geldbuße sind die Folge. Viele weitere rasten mit 120 bis 150 km/h in die Radarkontrolle. Auch an anderen Messstellen erwiesen sich Geblitzte als unbelehrbare Wiederholungs-Raser.

Zu den Bleifuß-Fahrern zählen auch etliche Motorradfahrer. Und sogar ein Busfahrer achtete nicht auf seine Geschwindigkeit. Er wurde mit 91 statt erlaubter 70 km/h geblitzt und muss ebenfalls mit einem Fahrverbot rechnen.

Auf der K 99 sowie auf der B 437 fielen am Wochenende im Umkreis einer Diskothek der Polizei zudem besonders viele junge Fahranfänger auf, die viel zu schnell fuhren.

Die Polizei will vor allem die notorischen Raser, die dauerhaft und richtig schnell unterwegs sind, aus dem Verkehr ziehen. Schulz stellt klar: „Ob aus Termindruck, Imponiergehabe oder anderen Gründen – wer rast, gefährt immer auch das Leben anderer. Das werden wir nicht akzeptieren.“