Cäciliengroden - Ihrem Ärger über die Verwaltung und den Gemeinderat machten die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses in Cäciliengroden gegenüber dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Hans-Joachim Vogt sowie den christdemokratischen Kandidaten für die Kommunalwahl Luft. „Wir haben uns breit und kräftig aufgestellt, denn wir haben das Gefühl, dass man uns nicht wirklich ernst nimmt“, erklärte Johannes Schulze, der gemeinsam mit Thomas Hein als Sprecher fungiert.

Der Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) sei dringend nötig, denn es sei das einzige Haus in kommunaler Hand, das für Gruppen, Vereine und private Bürger offen stehe, um größere Gruppen zu empfangen. Bei den Räumen, die bei der Kirchengemeinde für eine gemeinsame Nutzung offen stehen, könnte von dort Einfluss genommen werden, so die Befürchtung von Schulze. Die Kommune hatte bekanntlich mit der Kirchengemeinde einen Vertrag über die gemeinsame Nutzung der Gemeindehäuser abgeschlossen, das DGH will die Kommune abgeben oder abreißen lassen und das Grundstück veräußern. Als Grund nennt sie einen hohen Investitionsstau sowie eine mangelhafte Nutzung.

Die IG bemängelt vor allem, dass die Entscheidungen hinter verschlossenen Türen stattgefunden hätten. Ein Arbeitskreis habe nicht einmal Kontakt zu den Bürgern vor Ort aufgenommen. Es liege zudem der Verdacht nahe, dass die Politik mithilfe falscher Angaben seitens der Verwaltung zu einer Entscheidung gedrängt worden sei. Genannt wurde unter anderem eine Liste der Nutzung, die sich als unvollständig herausgestellt habe. Mittlerweile ist vonseiten der IG ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht worden. Auch hier fühlt man sich hingehalten. „Es wird auf Zeit gespielt – erst als wir einen Anwalt eingeschaltet haben, ging es zügig voran. Das ganze Verfahren stellte sich uns etwas merkwürdig dar“, so Hein. Hans-Joachim Vogt ließ sich die Anliegen detailliert erläutern und erklärte: „Mein Herz schlägt schon jetzt für das DGH“. Die nötigen Unterschriften für das Bürgerbegehren seien auf dem Weg, man werde Ende August die Listen abgeben, so Hein. Danach hat die Verwaltung drei Monate Zeit, einen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen, bei dem dann per Wahlzettel durch die Bürger über die Zukunft des DGH entschieden wird.