Cäciliengroden - Kein Deich – kein Land – kein Leben: Es war Albert Brahms aus Jever, der diese markante Formulierung wählte. Als junger Ehemann und Vater eines wenige Wochen alten Kindes erlebte er die verheerende Weihnachtsflut 1717 mit, verbrachte tagelang mit seiner jungen Familie auf dem Dachboden, umschlossen vom eisigen Wasser.

Albert Brahms setzte später den Grundstein für den modernen Deichbau, von 1718 an war er 34 Jahre lang Deich- und Sielrichter im Kirchspiel Sande und er gilt als Pionier des modernen Deichbaus.

Hätte Brahms keine Maßstäbe im modernen Deichbau gesetzt, gäbe es Cäciliengroden heute überhaupt nicht. Den Bewohnern ist immer noch sehr gegenwärtig, wie wichtig der Deichbau für das Leben im Dorf in direkter Nähe zum Meer ist.

Viele Einwohner erinnern sich noch genau an die Erhöhung des Deiches vor rund 25 Jahren, an die Streitigkeiten zwischen den Vertretern von Küstenschutz und Naturschutz sowie den Baustopp. Damals wurde aus dem Dorf heraus eine große Demonstration mit Fackeln organisiert. An diese Zeit soll ein „Deichfest“ erinnern, das am Samstag, 4. September, ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus und am Deich stattfinden soll. Organisiert wird das Fest von der Siedlergemeinschaft Cäciliengroden.  Das Programm: Los geht es um 18 Uhr mit einem Gottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus, es folgen Ansprachen von Umweltminister Olaf Lies sowie von Pastor i.R. Frank Klimmeck, der vor 25 Jahren gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Alwin Tönnies, damals Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, den Grundstein für die große Demonstration legte.

Ab 19 Uhr soll es ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Trinken geben, ebenso ist eine Kinderanimation geplant. In der Dämmerung gegen 20.30 Uhr erfolgt ein Marsch zum Deich, dort werden Fackeln aufgestellt. Begleitet wird der Zug musikalisch durch die „Moorlands Pipes and Drums“.

Im Anschluss soll das Fest im Dorfgemeinschaftshaus ausklingen. Alle Besucher werden vor Ort in einer Corona-Teststation getestet.