Cäciliengroden - Es ist ein trauriges Jahr für Sande und Cäciliengroden: Wenige Monate nach dem plötzlichen Tod des früheren Bürgermeisters Dieter Günther ist mit Erich Janßen am Donnerstagabend plötzlich und unerwartet ein weiteres langjähriges Sander Ratsmitglied, ein vielfach geehrter Kommunalpolitiker und Cäciliengrodener Urgestein gestorben. Erich Janßen erlag im Krankenhaus Westerstede den Folgen einer langen Erkrankung. Er wurde 73 Jahre alt.
Kaum einer kannte den Sander Politikbetrieb so gut wie Erich Janßen: 43 Jahre lang gehörte der Kommunalpolitiker ununterbrochen dem Gemeinderat an und hat die Geschicke Sandes über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet. Mit 27 Jahren zog der SPD-Politiker in den Sander Rat ein, mit 71 Jahren hörte er 2011 auf. „Ich bleibe ein politischer Mensch“, verabschiedete er sich damals.
Erich Janßen gehörte zu jenem überschaubaren Kreis von Kommunalpolitikern, die immer etwas zu sagen hatten und Diskussionen anregten, die Bedenken anmeldeten, und auch mal aneckten. „Ich leiste mir gern eine eigene Meinung“, war Janßens Credo. Schon die Eltern waren Mitglied der SPD und als junger Arbeiter in der Gießerei Sande gehörte es zum guten Ton, sich der Gewerkschaft anzuschließen. Erich Janßen wurde Mitglied des Betriebsrates, trat 1964 in die SPD ein und hatte von Anfang an auch politische Verantwortung übernommen. Zunächst als Vorsitzender des Ortsvereins Cäciliengroden, später auch in Sande, nachdem beide Ortsvereine verschmolzen waren. Sein großes Interesse galt stets der Finanzpolitik und der baulichen Gestaltung der Gemeinde. Der Bau, Ausbau oder Erhalt von Straßen und Wegen, der Schutz alter Sander Bausubstanz, die Dorferneuerungsprogramme – das waren jahrzehntelang Janßen Baustellen. „Da konnte ich mich einbringen und aufregen.“
Fassungslos und bestürzt hat die Sander SPD auf die Todesnachricht reagiert: „Seine immense kommunalpolitische Erfahrung war auch nach dem Ende seiner Ratsarbeit weiterhin ein unerschöpflicher Quell, aus dem die jüngeren nachgerückten Fraktionsmitglieder schöpfen konnten“, kondoliert Fraktionsvorsitzender Achim Rutz.
Erich Janßen und seine Lebensgefährtin Renate Herde, hatten noch viele Pläne, vor allem Reisepläne. Janßens letzte Reise, eine Reise ohne Wiederkehr, kam viel zu früh.
