Sande - Etliche Sander Bürger schauen in diesen Tagen mit großer Besorgnis auf ihre Kastanienbäume. Grund dafür sind Veränderungen an der Rinde und auch Fleckenbildung auf den Blättern. Wer sich bisher damit getröstet hat, dass es sich wohl um eine vorübergehende Erscheinung handeln könnte, die sich im kommenden Jahr wohl buchstäblich ausgewachsen hat, wird enttäuscht sein: Derzeit breitet sich ein Pilz aus, der dazu führt, dass die Kastanien gefällt werden müssen.

Auch Manuela Mohr war besorgt um ihre Kastanien. Eine ganze Allee gibt es bei dem Haus, in dem sie mit ihrer Familie lebt. Eine Nachfrage beim Gartenfachberater der Siedlergemeinschaft Sande, Hans-Gerd Stallkamp, brachte die traurige Gewissheit: Es handelt sich um den bewussten Pilz, hier muss in Kürze die Motorsäge angesetzt werden.

Doch nicht nur auf privaten Grundstücken grassiert das Kastaniensterben. An der Dollstraße in Sande zum Beispiel säumen Kastanien das Straßenbild. Ein Baum ist mittlerweile ganz tot, doch hier handelt es sich ausnahmsweise nicht um den Pilz. Durch einen Verkehrsunfall war hier vor längerer Zeit ein Baum beschädigt worden, der eine Ersatzpflanzung nötig machte. Diese Nachpflanzung ist nach Auskunft von Bernd Eickhoff aus dem Bauamt der Gemeinde schlicht nicht angegangen.

Bei den anderen Bäumen seien allerdings Pilzschäden festzustellen. Der Pilz sucht Schlupflöcher durch die Rinde, setzt sich unterhalb dieser fest und schädigt sie nach und nach so, dass Wasser eindringen kann. Weil in diesem Frühjahr die Frost- und Tauperiode überaus ungünstig verlief, hat das zu vielen Frostsprengungen und in der Folge zu großflächig abgeplatzten Rindenteilen geführt. „Der Prozess ist nicht aufzuhalten, die Kastanien sind nicht zu retten“, erklärte Eickhoff auf Nachfrage.

Nicht nur an der Dollstraße, auch in anderen Teilen der Gemeinde Sande sind die Kastanien betroffen. In Kürze soll hier überall die Motorsäge zum Einsatz kommen. Im Anschluss werde es Ersatzpflanzungen geben, man werde dabei aber andere Baumarten bevorzugen, die sich bisher als weit robuster erwiesen hätten. Eine Nachpflanzung wiederum mit Kastanien sei nicht sinnvoll, so der Bauamtsleiter.