Neustadtgödens - „Schwein gehabt“ – so kann man das wohl sagen. Die Kindertagesstätte „Farbenspiel“ in Neustadtgödens hat ei-nen kapitalen Wasserschaden erlitten und muss saniert werden, aber die Gemeinde Sande hat in nur rund 100 Metern Entfernung, ebenfalls an der Straße Am Deich, ein Ausweichquartier gefunden.“
Der Eigentümer eines Wohnhauses hat der Gemeinde die leer stehende Erdgeschosswohnung als Übergangsquartier zur Verfügung gestellt. Und das Beste: Mit sechs Zimmern und 170 Quadratmetern, großem Badezimmer und großer Küche, Garten und Terrasse erfüllt die Wohnung auch die gesetzlichen Anforderungen an eine Kita.
Start am Montag
Andernfalls wäre es schwierig geworden, die Betreuung der 40 Kinder des „Farbenspiels“ – eine Krippen- und eine Regelgruppe – sicherzustellen, gibt Bürgermeister Stephan Eiklenborg unumwunden zu. Statt des regulären Starts nach der Sommerpause am Donnerstag nimmt das „Farbenspiel“ nun am Montag, 22. August, den Betrieb wieder auf.
Neu einrichten
Die Eltern sind informiert und zeigen Verständnis. Einige Kinder, die bereits in dieser Woche eine Betreuung benötigten, wurden in der Kita „Kunterbunt“ untergebracht, weil dort Plätze frei sind.
Dieser Tage sind alle Betroffenen dabei, das Ausweichquartier einzurichten. Marion Homfeldt, Leiterin des „Farbenspiels“, und ihr sechsköpfiges Team sind jetzt so weit, dass es am Montag problemlos losgehen kann. Tische, Stühle und Garderobe, Regale und Spielmaterialien, nicht zuletzt Matratzen und Decken für den Schlafraum – alles ist schon drüben. „Das ist nicht schön, aber wir haben das Allerbeste aus der Situation gemacht“, fasst Marion Homfeldt die Situation zusammen. Die Erzieherinnen haben wegen des anstehenden Zwangsumzuges ihren Urlaub abgebrochen, betont Eiklenborg, der auch das Engagement aller anderen Beteiligten lobt: der Bauverwaltung im Rathaus, der Mitarbeiter des Bauhofs, der beteiligten Handwerksbetriebe.
So haben Bauhof-Mitarbeiter handwerkliche Arbeiten im Ausweichquartier übernommen und das Badezimmer hergerichtet: Auf der Badewanne thront jetzt eine stabile Wickelauflage, Waschbecken und Klo haben Podeste erhalten, sodass die Kinder sie problemlos nutzen können. Kindersicherungen für die Steckdosen, Klemmschutz für die Türen und andere „Kleinigkeiten“ sind auch erledigt.
Derweil ist die Sanierung des Stammhauses angelaufen. Ein Heizsystem bläst über ein Leitungssystem warme Luft unter den Estrich, um die Feuchtigkeit herauszutreiben. Das schöne Stäbchen-Parkett im früheren Saal des einstigen Dorfgemeinschaftshauses war indessen nicht mehr zu retten: Es wurde herausgerissen.
Neuer Bodenbelag
Die Trockenbauwände können stehen bleiben. Feucht gewordene Gipskartonplatten und Mineralwolle-Dämmung in den unteren Abschnitten werden erneuert. Und wenn das Gebäude „trocken gelegt“ ist, kann auch wieder ein Bodenbelag verlegt werden.
Etwa acht Wochen sind für die Arbeiten veranschlagt, das heißt: Im Oktober zieht das „Farbenspiel“ wieder ins Stammhaus.
