Neustadtgödens - In der Diskussion ist es schon seit ein paar Jahren – aber nun, nach Ende der Brut- und Setzzeit soll es losgehen: Der ehemalige Sportplatz von Neustadtgödens, gegenüber der Einmündung der Straße Altgödenserhörn auf die B 436, soll in ein Biotop umgewandelt werden.

Die Federführung hat das Regionale Umweltzentrum (RUZ) in Schortens. Dessen Geschäftsführerin Ina Rosemeyer hat auch rund 10 000 Euro an Fördermitteln akquirieren können.

Jetzt sollen zwei Freiflächen geschlegelt werden, also von Aufwuchs wie Gräsern und Brombeeren, befreit werden. Im Herbst werden diese Flächen dann abgeschoben, um dort Blühwiesen zu schaffen, erläutert Hans-Gerd Stallkamp. Der gelernte Gärtner und einer von 22 Landschaftswarten des Landkreises Friesland unterstützt das RUZ bei der Umsetzung der Biotop-Pläne. Außerdem sollen ein Teich sowie eine Sandfläche bzw. Sandhügel als Lebensraum für Wildbienen entstehen.

Die vorbereitenden Arbeiten hätten schon im Frühjahr ausgeführt werden sollen, aber da war es zu nass, sagt Stallkamp. Aber so bald der Bauhof der Gemeinde freie Kapazitäten hat, kommt jetzt ein Traktorfahrer mit Schlegelmäher vorbei.

Indessen ist Stallkamp nicht untätig gewesen. Der 62-Jährige hat Bretter und Müll weggeräumt, hat Brombeeren zurückgeschnitten und ebenso Knöterich und Hartriegel, denn diese schnell wachsenden Arten würden sonst auch die verbliebenen freien Flächen zuwuchern. Der Knöterich soll ganz verschwinden – die aus Asien stammende Pflanze gehöre ohnehin nicht in hiesige Lebensräume.

Stallkamp hat auch bereits einige Nistkästen aufgehängt – für den Waldkauz etwa oder einen Halbhöhlen-Nistkasten für Rotkehlchen.

Auf dem früheren Sportplatz, der seit 40 Jahren oder mehr brach liegt, hat sich die Natur nach Belieben ausgebreitet. Büsche, Bäume, Wildkräuter bestimmen das Bild – und machen das Durchkommen mühsam.

Ein Zaunkönig zwitschert dem Besucher etwas ins Ohr, weiter weg singt eine Amsel. Auch Rehe und Greifvögel schätzen das nur knapp einen Hektar große Areal als Zufluchtsort.

Wäre der Verkehr auf der B 436 nicht, könnte man sich fühlen wie in der Wildnis. Und das soll auch so bleiben – aber mit noch größerer Artenvielfalt.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt