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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Sande

Gesundheit: Rezept gegen Apothekensterben gesucht

23.02.2018

Neustadtgödens „Es gibt keineswegs zu wenige Apotheken“, sagt Gerd Gläske, Gesundheitsökonom an der Universität Bremen. „Es gibt heute viele Ärzte und Apotheken in den Städten und zu wenige auf dem Land und in den Dörfern. Wir haben in erster Linie ein Verteilungsproblem.“

Unter dem Titel „Bittere Pille“ diskutierte Gläske mit Dr. Rolf Bruns vom Landesapothekerverband, mit SPD-Landtagsabgeordneter Hanna Naber sowie Ingeborg Borchers, Apothekerin im Ruhestand, im Gemeindehaus Neustadtgödens in einer Sendung von Radio Bremen Zwei die Frage, weshalb immer mehr Apotheker im Nordwesten ihr Geschäft aufgeben. Seit 2009 gibt es landesweit rund 100 Apotheken weniger; in Friesland und Ostfriesland haben seitdem 20 Apotheken geschlossen.

Eine davon war die Apotheke von Ingeborg Borchers in Neustadtgödens. Auch sie fand keine Nachfolger mehr für ihre Apotheke und gab 2009 auf, sagt Borchers. Und die Nachfolge fand sie nicht, weil sich die Apotheke im Dorf nicht mehr rentiert. Der Arzt im Dorf hatte schon zuvor seine Praxis geschlossen und mit den wenige Jahre zuvor aufgekommenen Versandapotheken brach der Umsatz weiter ein.

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Zunehmender Wettbewerb mit Versandapotheken, Nachfolgeproblem, steigende Kosten, ein zu niedriges Apothekenhonorar, Landärztemangel: So vielfältig die Ursachen für das Verschwinden der Apotheken vor allem im ländlichen Raum sind, so schwierig ist es auch, ein Rezept zu finden, um diese Entwicklung zu stoppen.

Rolf Bruns sieht ein Apothekensterben nicht nur auf dem Land, sondern inzwischen auch in den Stadtrandlagen. Ursachen sind unter anderem die Verlegung von immer mehr Arztpraxen in große Zentren. Und ohne Ärzte im Ort könne auf Dauer auch keine Apotheke überleben. Die Apotheken seien bis zu 90 Prozent von den Verordnungen der niedergelassenen Ärzte abhängig.

Um das Problem mit der ländlichen Versorgung in den Griff zu bekommen, plädiert Landtagsabgeordnete Hanna Naber für eine Landarztquote. Die könnte so aussehen, dass zehn Prozent aller Medizinstudienplätze an diejenigen vergeben werden, die sich bereiterklärten, anschließend als Mediziner mindestens zehn Jahre auf dem Land zu praktizieren.

Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg sieht in Sande noch keine Apotheken-Engpässe: An der Hauptstraße im Kernort gibt es zwei Apotheken. Die Bürger in Sande seien versorgt. Die Apotheken haben aber wie auch andere Bereiche des stationären Einzelhandels mit veränderten Märkten zu kämpfen. Nicht nur Apotheken verschwinden aus den Dörfern, sondern auch der Bäcker, der Schlachter, die Post und die Banken.

Beim Nutzen der Versandapotheken gingen die Meinungen weit auseinander. Für einen vergleichsweise geringen finanziellen Vorteil bei Medikamenten gehe ein großer Teil der ländlichen Versorgung verloren. Ein wachsendes Problem seinen zudem die Rezeptfälschungen. Dem Betrug würden Tür und Tor geöffnet, warnt Rolf Bruns.

„Versandapotheken kennen ihre Patienten nicht und machen keinen Notdienst“, sagt Ingeborg Borchers. Sie kannte jeden ihrer Kunden und Patienten und stand auch mit 72 Jahren noch für den Apotheken-Notdienst bereit.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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