Neustadtgödens - Im ostfriesischen Neustadtgödens gab es über Jahrhunderte eine jüdische Gemeinde, eine von mehreren Religionsgemeinschaften neben Reformierten, Lutheranern, Mennoniten und Katholiken. Moritz Cohen (geb. 7. Juli 1890 in Neustadtgödens) und seine Ehefrau Dina, geborene Japhet (geb. am 19. Mai 1890 in Breidenbach, Hessen) hatten drei Kinder. Margarete (geb. 7. Oktober 1913), Klara-Karoline (geb. 3. März 1915) und Bernhard (geb. 4. April 1917). Wann die Familie von Neustadtgödens nach Varel zog, ist bisher unbekannt. Bereits am 28. August 1933 zogen Dina und Moritz Cohen sowie ihre Tochter Margarete von Varel nach Aalten, die niederländische Nachbargemeinde Bocholts. Dort hielt sich eine größere Zahl von jüdischen Emigranten aus Neustadtgödens auf. Tochter Klara-Karoline kam kurz danach von Berlin nach Aalten, Sohn Bernhard erst 1935 nach Aalten. Der Schlachtergeselle hatte in Oldenburg gelebt. 1937 folgte noch Dinas Mutter. Moritz Cohen und Sohn Bernhard tauchten nach den ersten Razzien in den östlichen Niederlanden im Herbst 1941 bei einem Bauern in Varsseveld unter. Ihr Versteck wurde durch einen Juden bei einem Verhör durch den SS-Sicherheitsdienst verraten. Acht Juden, darunter Moritz und Bernhard Cohen, wurden durch die Polizei verhaftet und in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork verschleppt. Dorthin wurde auch Dinas Mutter verschleppt. Zusammen mit etwa 2300 Menschen jüdischen Glaubens wurden sie am 20. Juli 1943 von dort in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und am Ankunftstag umgebracht.
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