Neustadtgödens - Statt Ausschlafen stand Sonntagmorgen für etliche Eltern und Schüler der Grundschule Neustadtgödens Gartenarbeit auf dem Programm. Spaten, Hacke und Schubkarre kamen zum Einsatz, um die Grundlagen für den Schulgarten zu schaffen. Der Garten ist Teil des Konzepts, um die Grundschule als Umweltschule zu zertifizieren.
Die Idee entstand, als klar war, dass eine Kindergartengruppe, die übergangsweise in einem Klassenraum untergebracht war, in das als Kindertagesstätte umgestaltete Gemeindehaus zieht. Vor rund einem Jahr war dann alles perfekt, der Klassenraum wurde frei und als Mensa für den Ganztagsbereich der Grundschule eingerichtet. Von dort aus gibt es einen direkten Zugang nach draußen, das eingezäunte Areal hatten die Kindergartenkinder zuvor als Spielfläche genutzt. Schulleiterin Meike Kreutzburg sah sofort das Potenzial und bat die Gemeinde, alles zunächst einmal beim Alten zu belassen.
Es wurde ein Konzept erstellt, auch das Regionale Umweltzentrum Schortens, Vertreter der Bienengemeinde Sande und der Verwaltung wurden in die Planungen einbezogen. Und dann ging es mit den Arbeiten los. Seit Februar gibt es an der Grundschule, an der auch Elemente aus der Montessori-Pädagogik zum Schulalltag gehören, eine Garten-Arbeitsgemeinschaft. 16 Schüler, die den Ganztag gewählt haben, sorgten bereits dafür, dass etliche Pflanzen angezogen wurden. Dicke Bohnen, Weißkohl, Rotkohl, Radieschen und einiges mehr wurde auf der Fensterbank vorgezogen. Das Saatgut konnte durch einen Gutschein erworben werden, den die Kinder bei der Weihnachtsaktion „Goldengel“ vor zwei Jahren vom Wirtschaftsförderungsverein erhalten hatten.
Am Wochenende wurde nun der frühere Sandkasten zum Gemüsebeet umgestaltet. Der Sand dient als Untergrund in einem Areal, das von einer Buchenhecke umgrenzt ist und auf die alte Erlen und eine Esche ihren Schatten werfen. Dort soll später ein „Grünes Klassenzimmer“ entstehen. Für den ehemaligen Sandkasten hatten Eltern eine Fuhre Mutterboden mitgebracht, die gut verteilt wurde und nun auf Bepflanzung wartet.
Zuvor hatte Meike Kreutzburg, die eine Zusatzqualifikation als Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen hat und sich darüber hinaus auch noch im Bereich Heilpflanzen hat ausbilden lassen, mit den Schülern ein Beet für Wildpflanzen angelegt. Vom Giersch über Löwenzahn und Taubnessel, bis zur Schlüsselblume und zum Wiesenlaabkraut ist hier eine bunte Vielfalt zu finden. „Vieles kann man ganz einfach mit unter den Salat mischen, der Giersch lässt sich auch ähnlich wie Spinat verwenden“, erklärte Kreutzburg. In Kürze soll auch noch ein Hochbeet angelegt und ein Regenauffangbehälter angeschlossen werden. Auch Sponsoren sind schon in Sicht.
Am Sonntag halfen übrigens nicht nur Eltern und Kinder mit, es waren auch etliche Jugendlich vom örtlichen Jugendtreff mit dabei. „Wir sind eben alle sozial engagiert“, meinte Peeke Meents. In einer starken Dorfgemeinschaft sei gegenseitige Unterstützung doch selbstverständlich, ergänzte Tammo Benters.
