Sande - Wenn die Hochzeit zu platzen droht, weil ein Trauzeuge nicht da ist, dann wird man schon nervös. Nicht so Helmut Buchmann, der am 3. Januar 1957 mit seiner Verlobten Gertrud Deters im Standesamt Osnabrück mit wachsender Ungeduld auf den zweiten Trauzeugen wartete. Als der nicht erschien, bewies Buchmann Improvisationstalent, lief hinüber in die Polizeidienststelle und fand einen Polizisten, der gern aushalf.

Was war passiert? Der Freund des Bräutigams hatte den Bus verpasst und kam zu spät. Doch mit Hilfe des Polizisten konnte die Hochzeit doch noch stattfinden – und das Ehepaar aus Sande feiert an diesem Dienstag Diamantene Hochzeit.

Gertrud Buchmann kam in Rastede zur Welt, wuchs in Cäciliengroden auf. Nach der Schule war sie als Kindermädchen an der englischen Schule in Wilhelmshaven tätig.

Helmut Buchmann wurde in Langendorf in Oberschlesien geboren. Auch nach dem Krieg musste die Familie bis 1950 dort bleiben, denn der Vater war Facharbeiter und wurde gebraucht. Erst 1950 wurden sie vertrieben und kamen nach Roffhausen. Dort lernte Helmut Buchmann beim Schützenfest seine spätere Frau kennen.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt war wenig aussichtsreich und so war Helmut Buchmann zunächst in der Landwirtschaft tätig, später im Bergbau und bei der Stofffertigung, bevor eine Bewerbung bei der Bahn ihn und seine Verlobte nach Osnabrück führte. Weil Gertrud Buchmann aber stets Heimweh hatte, betrieb ihr Mann seine Versetzung. 1967 kam er nach Oldenburg. So erwarben die Buchmanns ein Haus in Cäciliengroden und Gertrud Buchmann fand Arbeit bei den Olympia-Werken.

Bis vor zwei Jahren haben sie in ihrem Haus gelebt, doch seit einem Schlaganfall ist Gertrud Buchmann auf Unterstützung angewiesen. So entschieden sie sich für eine Wohnung im Pflegezentrum Klafft. Zum Geburtstag gratulieren drei Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel sowie viele Boßelfreunde aus dem Verein „Freesenspeel Sande“.