Sande - Sie organisieren Frühstücks-Treffs und Mittagstisch-Angebote, Begegnungs-Cafés, Kochkurse mit Kindern und Jugendlichen, packen Präsentkörbe und Überraschungs-Weihnachtspakete – alles mit ökofair gehandelten Produkten aus Entwicklungsländern. Die evangelischen Kirchengemeinden in Niedersachsen sind äußerst kreativ, wenn es darum geht, im Konsumverhalten die Welt ein bisschen gerechter zu machen und die Idee des fairen Handels in ihren Gemeinden weiter zu verbreiten.
So viel Engagement honorieren die evangelischen Kirchen in Niedersachsen mit dem bundesweit (noch) einmaligen „Fair Trade Award“. Am Mittwoch wurde der mit 7000 Euro dotierte Preis „Der faire Einkaufswagen“ zum zweiten Mal verleihen. Gewinner ist die evangelische Kirchengemeinde Sande für ihr Projekt „Zukunft einkaufen“, die ein Preisgeld in Höhe von 2250 Euro erhielt.
Das im Gemeindeleben längst fest verankerte Projekt „Zukunft einkaufen“ will das Bewusstsein dafür wecken, wie und unter welchen Bedingungen das Essen auf den Tisch kommt, will die Sinne für nachhaltige Wirtschaft schärfen und Menschen und Institutionen für regionale, saisonale und ökologische Produkte begeistern.
„Der faire Handel ist ein Erfolgsmodell entwicklungspolitischen Engagements“, sagte Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer aus Hannover bei der Preisverleihung im evangelischen Gemeindehaus in Sande. Kleinbäuerliche Familienbetriebe in Lateinamerika und Afrika bekämen damit gute Chancen, ihre Produkte zu verkaufen. Plantagen nähmen Sozialstandards auf und verbesserten damit die Lebensbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter. Das Engagement für den fairen Handel mache deutlich, „dass wir weltweit vernetzt leben, produzieren und konsumieren“.
Ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro ging an die evangelische Kirchengemeinde Alt-Garbsen bei Hannover. Drei dritte Preise von je 750 Euro teilen sich die evangelischen Gemeinden Vehlen bei Stadthagen und Elze bei Hildesheim sowie die evangelische und katholische Gemeinde in Garbsen-Berenbostel bei Hannover, die sich gemeinsam beworben hatten.
Einen Sonderpreis von 500 Euro erhielt die evangelische Gemeinde Burgwedel bei Hannover für ihr Secondhand-Projekt „Edelmut“, dessen Erlöse aus dem Verkauf gespendeter Kleidung, Bücher und Hausrat in die Gemeindearbeit fließen. Die evangelische Jugend Melle-Marienhütte bei Osnabrück erhielt einen Preis von 1000 Euro.
Der Preis wurde vom kirchlichen Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik (ABP) in Niedersachsen ausgelobt. Mit der Auszeichnung will der Entwicklungsdienst der evangelischen Landeskirchen Braunschweig und Hannover künftig den fairen Handel in den Gemeinden weiter ankurbeln.
Beim „Fair Trade Award“ gehe es nicht nur um Lebensmittel, sondern beispielsweise auch um Reinigungsmittel, Blumen, das Papier im Büro und sogar um fair gehandelte Grabsteine.
