Sande - Es ist mittlerweile komplett dunkel, als sich die Tische im Garten der Gaststätte „Zur scharfen Ecke“ langsam füllen. Etliche Plätze bleiben aber auch leer, auf den Tischen sieht man immer häufiger auch dampfende Becher statt der Gläser für kühle Getränke. Für zusätzliche Wärme sorgte „Big Easy“ mit vielen Songs fürs Herz. Die drei Musiker sorgten am Wochenende für den „Kehraus“, jetzt ist erstmal Schluss mit den Konzerten.
Wenn „Big Easy“ im Sommer auftritt, ist meist kein Platz mehr zu haben, jetzt, im Herbst wird es doch deutlich weniger. „Ich hatte schon gedacht, die Leute gehen woanders hin“, sagt Gastwirt „Mozart“ Wolfgang Gerhard. Doch nein, die Leute bleiben schlicht zu Hause, hat er erfahren. „Den einen wird es draußen zu kalt, die anderen sorgen sich mit den ansteigenden Corona-Zahlen und gehen nur noch vor die Tür, wenn es dringend sein muss“, sagt Gerhard. Die Stimmung an diesem Abend ist Klasse, Frontmann Claus Fischer, Yvo Herkelrath an der Gitarre und Dieter Schoon am Keyboard spielen vorwiegend „Kuschelrock“. „Ich hab die Leder- und Nietenklamotten auch zu Hause gelassen“, verrät Fischer. Es sei ohnehin erst das vierte Mal in diesem Jahr, dass sie auf der Bühne stünden – Corona-bedingt. Für „Big Easy“ kein Problem, die Musiker haben auch noch „Brot-Jobs“, für viele andere Künstler aber eine Existenzfrage.
Eine Existenzfrage ist Corona auch für viele Gastwirte. „Mozart“ erzählt, er wird jetzt Heizpilze aufstellen und Heizstrahler anbringen. Für Musiker auf der Bühne werde es aber deutlich zu kalt. „Vielleicht mache ich einige Veranstaltungen bei Grog und Glühwein, mal sehen“, sagt „Mozart“. Die Kneipe zu öffnen, kommt für ihn nicht in Frage. „Viel zu eng“, sagt er, nur für angemeldete Gruppen und für den Preisskat gebe es einen Raum. Aufgeben kommt aber nicht in Frage: „Wir halten durch und kämpfen, wir machen vieles selber, um Personal zu sparen.“
