Sande - Nach Orange kommt Rot, dabei ist es dringend erforderlich, dass die Ampel für Sandes Einzelhandel wieder auf Grün geschaltet wird, um den Fortbestand der Einkaufsmöglichkeiten auf weite Sicht zu erhalten und zu verbessern. Mit diesen Worten umriss der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsvereins, Albert Folkens, zu Beginn einer Podiumsdiskussion zum Thema Alarmstufe Orange - Ich kaufe in Sande im Sander Rathaus die gegenwärtige Situation.

Vor 60 Zuhörern, darunter Ratsmitglieder und zahlreiche Geschäftsleute, wurden das Einkaufsverhalten und seine Folgen aus vielfältiger Sicht besprochen. Erfolg versprechend, wenn die Teilnehmer nun als Multiplikatoren auf die Sander Bürger einwirken, um sie im Sinne der Aktion zu beeinflussen. Außer Folkens waren Bürgermeister Josef Wesselmann, Birgitta Boeljes-Hambörger als Vertreterin der Kaufleute, Maria Halbach vom Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven, Edeka-Bezirksleiter Arnold Ackermann und Konrad Sieg (Verdi) beteiligt.

Die Begrüßung übernahm Grüne-Ratsherr Alexander von Fintel und Sebastian Urbanczyk (Radio Jade) die Moderation. Obwohl die Leerstände in Sande heute größer sind als vor einem halben Jahr, ergeben wir uns nicht unserem Schicksal. Vor 30 Jahren gab es noch alles im Ort. Um die Geschäfte auch für eine Nachfolgegeneration attraktiv zu behalten, müssen wir selbst an uns arbeiten und damit eine positive Signalwirkung auf Neuansiedler im Einzelhandel auslösen, sagte Folkens.

Zweifel, ob Sande für Nachfolger in 15 Jahren noch interessant sei wird, hegte auch Brigitta Boeljes-Hambörger, die mit ihrem Mann ein seit 88 Jahren im Familienbesitz befindliches Fahrradgeschäft betreibt. Es kam schon vor, dass Sander ihre im Internet gekauften Fahrräder bei uns reklamieren wollten oder sich vor dem Kauf von uns beraten ließen.

Vergleichbare Artikel seien im Internet nicht billiger und bei Reparaturen sei man auf den örtlichen Fachhandel angewiesen.Wer aber erst einmal woanders hin fährt, macht dort meistens seinen kompletten Einkauf, hieß es.

Es gibt Kunden, die nur nach dem Preis sehen und andere, die sich bewusst anders verhalten, stellte Arnold Ackermann fest. Der örtliche Edekamarkt gebe sein Bestes, empfehle auch regionale Produkte und sei Sponsor für einige Dinge im Dorf. Einig war man sich, dass es notwendig sei, mit Überzeugungskraft das Bewusstsein der Kunden zu ändern.

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