Sande - Mit einem Hubschrauber arbeiten auch die Mitarbeiter der Bahn nicht alle Tage. Und so zückten auch Michael Orthmann von der Projektleitung aus Hannover, Ralph Blumroth von der Bauüberwachung und Roman Schäfer von der Firma, die für die neue Leit- und Sicherungstechnik die Verantwortung trägt, ihre Handys, um Fotos zu machen, als der Hubschrauber am Mittwochmorgen Kurs auf den Zwischenlagerplatz für die Signale nimmt.
Bis zum späten Nachmittag pendelte der Hubschrauber zwischen zwei Lagerplätzen und der Bahnstrecke stetig hin und her, insgesamt 25 vormontierte neue Signalpfähle wurden gesetzt – eine Arbeit, die hohe Konzentration erfordert und bei der alles einem exakten Plan folgt.
Alles lief reibungslos, der vorgesehene Zeitrahmen wurde sogar unterschritten. Dabei spielte natürlich das Wetter eine große Rolle. „Heute ist es ideal, wenig Wind, kein Regen. Bei solchen Aktionen muss man auch von vornherein gleich Ausweichtage einplanen, weil man das Wetter ja nicht genau vorhersehen kann“, erläuterte Orthmann. Am Mittwoch aber lief alles exakt nach Plan. Nach Plan konnten auch die Züge verkehren, sie wurden von der Aktion nicht beeinträchtigt, die Hubschrauberbesatzung nutzte Fahrpausen. Zu kleinen Beeinträchtigungen kam es lediglich beim sonstigen Verkehr, Straßen, Rad- und Fußwege mussten jeweils für wenige Minuten gesperrt werden, weil der Hubschrauber mit einer Last an der Winde sonst die Straßen und Wege nicht hätte kreuzen dürfen.
Baufortschritt
Das Aufstellen der Signale sei ein deutlich sichtbares Zeichen für den Baufortschritt, der im Zeitplan liege, sagte Jutta Heine-Seela von der Projektleitung. Im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofs Sande wird ein elektronisches Stellwerk gebaut, im Frühling 2020 soll das seinen Dienst aufnehmen.
Gesteuert wird das neue Stellwerk dann durch die Zentrale in Hannover, die alten Stellwerke in Wilhelmshaven und Sande sind dann überflüssig. Derzeit sind die Signale an den neuen Masten noch mit einem Kreuz sichtbar außer Dienst.
Der Einsatz eines Helikopters sei bei diesen Arbeiten ein zwar nicht alltägliches aber doch gängiges Verfahren, mit dem man mittlerweile viel Erfahrung habe, sagte Orthmann. Auf diese Weise lasse sich viel Zeit sparen, zudem werde so auch der Zugverkehr nicht beeinträchtigt.
Und es war wirklich überraschend, wie schnell der Helikopter im Zusammenspiel mit den jeweils vierköpfigen Montagegruppen arbeitete: zwischen zehn und 20 Minuten wurden pro Vorgang (Aufnehmen eines Signals am Lagerplatz, Flug zum Einbauort, Absetzen und Montage sowie Rückflug) benötigt.
