SANDE - 'Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und anpacken', stellte der neue Sander Bürgermeister Stephan Eiklenborg gestern nach etwa zehn Wochen im Amt fest. Anlässlich des Neujahrsempfangs der Gemeinde begrüßte er rund 300 Bürger in der Oberschule und resümierte die Ereignisse des zurückliegenden Jahres. Sein besonderes Augenmerk galt jedoch den zahlreichen Aufgaben, mit denen sich Rat, Verwaltung und nicht zuletzt die derzeit 8855 Einwohner in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren konfrontiert sehen.

Schulleiter Hans-Joachim Vogt begrüßte als Hausherr zunächst zahlreiche Ehrengäste aus der Politik sowie dem Gemeindeleben. So hatten sich neben dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, auch die Bürgermeister der Städte Schortens und Wilhelmshaven, Gerhard Böhling und Holger Barkowsky, eingefunden. 'Aber die Bürger, die sind wichtiger als alles andere in der Gemeinde Sande', befand Vogt.

Umrahmt von musikalischen Darbietungen der Musikklasse der Oberschule unter der Leitung von Sina Ohlmann sowie dem stimmgewaltigen Chor 'CantaMare', dessen Takt von Susanne Siefken angegeben wird, stand der Vormittag ganz unter dem Motto 'Neue Wege'. Diese geht die Gemeinde Sande. 'Neue Wege zu beschreiten, erfordert immer ein bisschen Mut', erklärte Eiklenborg. Sein Dank galt neben seinem Vorgänger Josef Wesselmann für 13 Jahre geleistete Arbeit allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die in der Vergangenheit dazu beigetragen haben, Sande in vielfältigster Weise lebenswert zu machen.

Das Jahr 2014 war geprägt vom Wahlkampf, erinnerte Eiklenborg an die zurückliegenden Monate. Nicht immer sei im Zuge dessen der Anstand und respektvolle Umgang miteinander gewahrt worden, zog er Bilanz. Auch die Bahnverlängerung der Strecke Sande nach Esens habe viel Raum eingenommen und werde dies auch weiterhin tun.

Auch sonst habe es einige Veränderungen in der Gemeinde gegeben. Einige von diesen waren zunächst sehr kontrovers diskutiert worden, würden mittlerweile aber gut angenommen. 'Man muss sich drauf einlassen. Die Welt steht nicht still.'

Stephan Eiklenborg sieht große Herausforderungen auf Sande und seine Bürger zukommen: 'Die Kommunen schrumpfen aufgrund des demografischen Wandels.' Dennoch gäbe es in Sande auch großes Potenzial, befand er. Zahlreiche Veranstaltungen locken Touristen an, die Firma Reichelt will Millionen investieren und auch die Aufnahme von weiteren 39 Flüchtlingen 2015 beinhalte Chancen.

Der strikte Sparkurs der Gemeinde werde jedoch weitergehen, kündigte der neue Bürgermeister an. 'Wir haben sehr hohe Gesamtschulden.' Es sei aufgrund großer Einsparungen in den Vorjahren gelungen, Kassenkredite zu tilgen. Aber es müsse weiterhin verantwortungsvoll mit vorhandenen Ressourcen umgegangen werden. Somit sei wenig Spielraum, um Entwicklungen anzustoßen. Aspekte wie die Schulstrukturen, Wohnraum für Senioren oder Gewerbefläche werde er dennoch im Auge behalten, versprach er. Eine Sanierung des Rathauses, in dem es bereits durch das Dach tropfe, sei ebenfalls unumgänglich.

Jeder einzelne könne seine Gemeinde stärken, warb er dafür, vor Ort einzukaufen und Dienstleistungen zu nutzen. 'Wer mit offenen Augen durch Sande geht, der wird erkennen, was der Ort alles zu bieten hat.'