Sande - Die CDU in Sande zeigt sich einsichtig: „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagt der Vorsitzende Matthias Lührs und zeigt Verständnis für die Verärgerung bei den Ratskollegen der anderen Parteien.

Was war geschehen? Die CDU hatte im Ausschuss für Kinder, Jugend, Senioren und Soziales zwei Anträge eingebracht, die in der vergangenen Woche beraten wurden. Es ging um die Übernahme der gesamten Kosten für die Kinderbetreuung durch den Landkreis Friesland einerseits und den Ausbau des Jugendzentrums zum Familienzentrum andererseits. Bei der Beratung war die CDU allerdings nicht zugegen, Rückfragen und Erläuterungen waren so also nicht möglich. Das sorgte für mächtig Ärger bei den Vertretern der anderen Parteien.

„Ich kann verstehen, dass die anderen Fraktionen verärgert sind“, so Lührs. Nach einem Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden Peter de Boer sei nun klar, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe. De Boer sei davon ausgegangen, dass es sich lediglich um die Vorstellung, nicht aber um die Beratung der Anträge handeln würde. Deshalb habe er dem Verbleib der beiden Punkte auf der Tagesordnung zugestimmt. Der Vorstand bedauere es sehr, dass auf diese Weise die Anträge, die sehr wichtig gewesen seien, abgelehnt wurden.

„Die Rückführung der Kinderbetreuungskosten an den Landkreis wird aktuell nicht nur in Sande innerhalb der Stadt- und Gemeinderäte beraten. 1,5 Millionen Euro zahlt die Gemeinde pro Jahr für die Kinderbetreuung, Tendenz steigend. Hier muss eine gerechte Lastenverteilung erfolgen“, so Lührs. Bei der Erweiterung des Jugendzentrums gebe es bereits gute Beispiele aus Nachbarkommunen. Die Etablierung als Begegnungsstätte für Kinder, Jugendliche, Familien und Migranten ergäbe ein niederschwelliges Angebot für die gesamte Sander Bevölkerung und würde das Jugendzentrum weiter aufwerten. Die Aktionen für Senioren im Sander Rathaus, das barrierearm erreichbar sei, würde die CDU nicht ändern wollen. Somit würden die Kosten für Umbauarbeiten überschaubar bleiben, erklärt Manuela Mohr als stellvertretende Vorsitzende. Der Vorstand werde die Themen dennoch nicht aufgeben. „Um in Sande zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir auch den Mut haben, Dinge neu zu denken“, so Mohr.