Sande - Eigentlich hatte sich „Mozart“ Wolfgang Gerhard seinen 60. Geburtstag ganz anders vorgestellt. Eine große Gartenparty sollte es werden, der Gastwirt der „Scharfen Ecke“ in Sande hatte schon im vergangenen Jahr gründlich geplant, mindestens 150 Gäste standen auf der Liste. Undenkbar in Zeiten von Corona.

Schweren Herzens sagte er allen ab – und freute sich am Ehrentag umso mehr, als der „Stammtisch der Jungbauern“ ihm pünktlich um Mitternacht per Telefonkonferenz ein Ständchen brachte und er morgens von eben diesem Stammtisch sowie von seinen anderen Gästen großflächige Plakate bei seiner Kneipe entdeckte. Ein tolles Zeichen von Solidarität und Anerkennung, das gerade jetzt in der schweren Zeit besonders gut tut. Deutlich war dem Gastwirt die Freude und die Rührung anzumerken.

Seit Wochen hat er aufgrund der Anordnungen rund um die Corona-Pandemie nicht mehr hinter dem Tresen der Kneipe gestanden, er vermisst die Gespräche mit den Gästen und die kleinen urigen Konzerte, die hier sonst stattfinden. Und nicht nur das – die Einnahmen fehlen. „Die Regierung hat schon vor Wochen Soforthilfen zugesagt – von sofort kann keine Rede sein, ich habe davon noch nichts gesehen, es ist noch nicht ein Cent geflossen“, sagt „Mozart“. Der Vermieter hat ihm einen Teil der Pacht nachgelassen und ein paar Ersparnisse gibt es zum Glück auch.

Noch bleibt er gelassen, versteht die Notwendigkeit der Einschränkungen, um dem Virus nicht Vorschub zu leisten. Er hält es sogar für ausgesprochen sinnvoll, wenn die Gaststätten am „Vatertag“ (21. Mai) noch geschlossen bleiben. „Dann fließt traditionell viel Alkohol, dabei werden die Menschen unvernünftig, und das wäre verhängnisvoll.“ „Mozart“ geht davon aus, dass zunächst Restaurants wieder öffnen werden und in zwei oder drei Monaten hoffentlich auch die Kneipen. „So lange werde ich noch durchhalten“, sagt er.