SANDE - Das Thema Ganztagsbetrieb für Grundschulen wird derzeit auch bei den Lehrern der drei Grundschulen in Sande sowie in der Verwaltung und in der Politik diskutiert. Klar ist, dass man auf Dauer an dieser Entwicklung nicht vorbei kommt. Ganz und gar unklar ist allerdings, wie und wann es in der Sander Schullandschaft eine entsprechende Veränderung geben wird und wie die aussehen könnte.
Wenn ein Ganztagsbetrieb an den Grundschulen im Schuljahr 2013 / 2014 aufgenommen werden soll, dann müssen demnächst die Anträge gestellt werden. Allerdings herrscht in Sande noch weitgehend Unsicherheit darüber, wie das anzupacken ist. Hinzu kommt eine Verärgerung über die Rahmenbedingungen für die Ganztagsangebote von Seiten der Landesregierung. So wie der Ganztagsbereich in etlichen Schulen der umliegenden Kommunen angeboten wird, wünschen sich die Sander das nicht. Andreas Schlumperger, Vertreter im Gemeindeelternrat, brachte es neulich auf den Punkt: 'Ganztagsangebote bis 14.30 Uhr oder 15.30 Uhr und das an nur drei Tagen in der Woche brauche ich nicht, das ist völliger Quatsch.' Als Vorbild führte er andere Länder an, in denen der Ganztagsbetrieb an fünf Tagen in der Woche laufe und die Kinder bis 17 Uhr in der Schule sind. Nur ein solches Modell käme Familien und den berufstätigen Eltern entgegen. Zudem werden zusätzliche Lehrerstunden gefordert, um zum Beispiel im Nachmittagsbereich auch spezielle Förderungen anbieten zu können.
Derzeit wird vielerorts eine offene Ganztagsschule angeboten, das heißt, es liegt in der Entscheidung der Eltern, ob und in welchem Umfang ihre Kinder die Nachmittags-Angebote annehmen. Dabei werden diese Angebote nicht zwangsläufig von pädagogisch ausgebildeten Fachleuten betreut. Das wird in Sande bemängelt. Derzeit werden die Kinder hier nach der Schulzeit im Hort von ausgebildeten Erziehern betreut. Wenn es keine zusätzlichen Lehrerstunden gebe, wolle man es lieber hierbei belassen, so der Tenor eines ersten Gedankenaustausches. Susanne von Senden, Schulleiterin der Grundschule in Sande erklärte im Gespräch mit dem Jeverschen Wochenblatt, das Ganztagsangebot, so wie es heute vielfach diskutiert werde, sei eine Mogelpackung. 'Die Eltern bekommen nicht das, was sie sich von einer Ganztagsschule berechtigterweise erwarten', sagte sie. Horst-Dieter Loga, Leiter der Grundschule in Neustadtgödens meinte, zumindest in dem Ortsteil sei eine Ganztagslösung noch gar nicht spruchreif. 'Es gibt schlichtweg derzeit gar nicht den Bedarf dafür', erklärte er.
Die Politiker sind sich noch nicht einig, inwieweit die Einrichtung von Ganztagsschulen sinnvoll ist, wenn die Rahmenbedingungen nur unvollständig sind und der Hort dennoch weiterhin benötigt wird. Derzeit erkundigt man sich erstmal in anderen Kommunen nach den Angeboten, den Bedingungen und nach Finanzierungsmöglichkeiten für einen Ganztagsbetrieb. Demnächst wird darüber wohl ausführlich im Fachausschuss beraten.
