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Veranstaltungen in Sande Gemeindehaus ist jetzt für alle da

Annette Kellin

Sande - Es waren nur zwei Buchstaben, ein E und ein V, ein Punkt und ein Symbol, die entfernt wurden und aus dem „Kirchenhaus“ wurde ein Haus für alle. Nun ist es für jeden ersichtlich: Das frühere evangelische Gemeindehaus an der Hauptstraße 72 in Sande ist nicht mehr konfessionell gebunden. Gestern Mittag wurde der Schriftzug entsprechend verändert, das Gebäude ist nun ein „Gemeindehaus“.

Mit der Veränderung des Namenszuges wurde der letzte Schritt zur gemeinsamen Nutzung durch die Kommune und die Kirche vollzogen, ab 1. September, gilt der Kooperationsvertrag, der wie berichtet vor wenigen Wochen unterzeichnet wurde. Zuvor hatte es mehr als zwei Jahre öffentliche Diskussionen um die Nutzung der Räume der Kirche gegeben. Hintergrund war, dass einerseits sowohl bei der Gemeinde als auch bei der Kirche die Kassen klamm sind, andererseits aber der Gemeinde außerhalb der Gastronomie Räume für Veranstaltungen fehlen.

Ab sofort stehen das Gemeindehauses in Sande und die Räume der „Brücke“ in Cäciliengroden also nicht mehr ausschließlich für kirchliche Zwecke zur Verfügung, sie können von jedem angemietet werden. Vereine können sich sogar kostenfrei einen Raum für eine Veranstaltung reservieren, es sei denn, es wird Geld eingenommen, sei es durch Eintritt oder Bewirtung. Gleichwohl bleiben die Möglichkeiten im Rathaus erhalten, wo zum Beispiel die Parteien ihre Fraktionssitzungen abhalten.

Bürgermeister Stephan Eiklenborg sprach von einer „hervorragenden Lösung“, den Bürgern stünden mit dem Gemeindehaus an zentraler Stelle attraktive Räume zur Verfügung. Im Gemeindehaus soll auch „Cultura“ eine neue Heimat finden, die Konzerte und Aufführungen hatten zuvor in den Ortsteilen Neustadtgödens und Cäciliengroden stattgefunden, oftmals mit nur wenig Resonanz. „Das wird sich ändern, wenn wir an den zentralen Ort Sande wechseln“, so Eiklenborg. Hier sei die Bühne im Gemeindehaus von unschätzbarem Wert. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, außen am Gebäude Werbebanner zu spannen.

Für die Kirchengemeinde bedeutet der Vertrag, der zunächst für fünf Jahre laufen soll, eine Entspannung der Lage. Zur Haushaltskonsolidierung hätte die Gemeinde den großen Saal in Sande und den Standort Cäciliengroden komplett aufgeben müssen. Durch die Kooperation mit der Kommune fließen nun jährlich 30.000 Euro in die Kasse. Die angedachten Veränderungen seien nun erstmal auf Eis gelegt, erklärten die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Astrid Kasjens und ihr Stellvertreter Heinz Schollenberger. „Wir haben den Vertrag allerdings nicht geschlossen, um die Kirche zu retten, sondern um unsere eigenen Probleme zu lösen“, betonte Eiklenborg. Unklar ist indes noch, wie es mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Cäciliengroden weitergeht. Hier soll ein Bürgerentscheid über den Erhalt herbeigeführt werden. Wenn das Haus zusätzlich unterhalten werden müsste, kämen erhebliche Mehrkosten auf die Gemeinde zu, sagte Eiklenborg auf Nachfrage. Der Bürgerentscheid wird für den Spätherbst erwartet.

Die Räume im Detail

Sande: Großer Saal mit Bühne mit bis zu 150 Plätzen (jeweils außerhalb Corona) sowie ein Konferenzraum (höchstens 15 Plätze) und ein Gemeinschaftsraum (bis zu 50 Plätze)

Cäciliengroden: Großer Saal mit bis zu 120 Plätzen, teilbar sowie mehrere kleinerer Räume.

Reservierungen im Kirchenbüro: Telefon 04422 / 642

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