SANDE - Diese 25 Köpfe entscheiden jetzt über Sandes Zukunft: Der neue Gemeinderat steht und übt sich zunächst einmal in Harmonie.
Von Oliver Braun
SANDE - Nanu, so ruhig auf der konstituierenden Sitzung des Sander Rates? Nach den jüngsten Turbulenzen innerhalb der gespaltenen CDU-Fraktion und dem zuletzt immer schärfer gewordenen Wind zwischen der Gruppe FDP/Grüne und Bürgermeister Josef Wesselmann hätte man in dieser Runde einiges an lautstarken Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen erwarten können. Doch nichts dergleichen. Oder beinahe nichts.Stattdessen präambelt Bürgermeister Josef Wesselmann von wegweisenden Entscheidungen nie gekannten Ausmaßes, die der neue Sander Rat zu treffen habe, und mahnt zu Fairness, gegenseitigem Respekt und blickt ganz zufällig in Richtung FDP und Grüne. Dann läuft er flugs durch die Reihen, verpflichtet jeden Ratsvertreter offiziell per Handschlag.
Irgendjemand kam wohl auf die Idee, für die erste Sitzung in neuer Runde die Kaffeesorte „Harmonie“ aufzubrühen. Schließlich müssen die 25 Ratsvertreter in den kommenden fünf Jahren miteinander auskommen, und die sechs Neulinge im Kreis der Ratsvertreter wollte man feierlich willkommen heißen und nicht verschrecken mit all dem politischem Getöse der vergangenen Ratssitzungen. Selbst FDP-Schwergewicht und Wesselmann-Kritiker Wilfried Habeck biss lange die Zähne zusammen.
Doch Habeck wäre nicht Habeck, hätte er am Ende nicht doch noch mal Grund gefunden, den Bürgermeister anzugehen. Habeck forderte eine öffentliche Entschuldigung von Wesselmann, weil der in der Verärgerung über einen Wahlkampfprospekt angeblich die Wähler der FDP beleidigt haben soll.
War da was? Sogar den beiden CDUs oder „CDUen“ in Sande war nach den jüngsten Streitereien, die Anfang der Woche zum Bruch geführt haben, nicht nach noch mehr Gezänk zumute. Die neue Gruppe nennt sich jetzt selbstbewusst Christlich-Demokratischer Fortschritt, kurz CDF, und ihr Sprecher Engelbert Wulfert ließ sinngemäß verlauten, dass die Ehe mit der CDU vielleicht doch noch zu retten sei und man langfristig gewillt sei, wieder den Familiennamen anzunehmen. Nun durchleben die CDU und CDF aber erst einmal ihr wie lange auch immer währendes Trennungsjahr und werden es am Ende vielleicht doch noch einmal miteinander versuchen.
Bis dahin hat es die vom Souverän mit absoluter Mehrheit ausgestattete und verjüngte SPD in Sande mit einer völlig zerfledderten Opposition zu tun. Zwei sich behakende christdemokratische Fraktionen ergeben in der Summe nur eine halbe. So bleibt vor allem die gefestigte Gruppe FDP/Grüne, um der Mehrheit die Stirn zu bieten.
Mittendrin statt außen vor steht als Neuling im Rat die Wählergruppe Bahnumgehung Sande. Deren Ratsvertreter Eckhard Leikauf ist der Platz neben der SPD angeboten worden. Wohin die Reise geht, bleibt spannend.
Der neue gemeindeRat und die Neuen Ausschüsse
Finanzen, Wirtschaft und Liegenschaften: Erich Janßen (Vorsitz), Olaf Lies, Dieter Günther, Andreas Schindler, Christel Bohlen, Frank David, Engelbert Wulfert.Sport, Kultur und Tourismus: Monika Willenbücher (Vorsitz), Petra Ducci, Sandra Martsfeld, Dieter Günther, Christel Bohlen, Carsten Meyer, Manuela Mohr.
Straßen, Wege und Feuerlöschwesen: Folkert Feeken (Vorsitz), Monika Willenbücher, Sandra Martsfeld, Sina Stallkamp, Erich Janßen, Frank David, Manuela Mohr.
Kinder, Jugend, Senioren und Soziales: Frank David (Vorsitz), Sina Stallkamp, Petra Ducci, Holger Clemens, Olaf Lies, Dieter Schäfer, Manuela Mohr.
Bauen, Planen, Umwelt: Andreas Schindler (Vorsitz), Erich Janßen, Petra Ducci, Eckhard Leikauf, Wilfried Rost, Engelbert Wulfert, Holger Mehrle.
Schulausschuss:
Olaf Lies (Vorsitz), Sandra Martsfeld, Monika Willenbücher, Petra Ducci, Dieter Schäfer, Manuela Mohr Carsten Meyer.
Die beiden christdemokratischen Lager durchleben jetzt ihr Trennungsjahr
