Sande - An der Dollstraße in Sande erinnerte in den vergangenen Monaten nur noch die Bushaltestelle namens „Preußischer Adler“ an die historische Grenze zwischen dem Großherzogtum Oldenburg und Preußen. Die verlief bis Anfang des 20. Jahrhunderts mitten durchs heutige Gemeindegebiet.
Zur Herrlichkeit gehörten die Kirchspiele Altgödens und Dykhausen. Stammsitz der Herrschaften von Gödens war Schloss Gödens. Die Herrlichkeit bestand bis 1839 und wurde dann dem damals neugebildeten Amt Friedeburg zugeschlagen.
Die Herrlichkeit Gödens geht auf Häuptling Edo Boing (1430 bis 1481) zurück. Edo Boing lebte in ständiger Feindschaft mit den Häuptlingen von Jever, obwohl Gödens zu dieser Zeit noch der Herrschaft Jever unterstand. Boings Tochter Almut (1454 bis 1520) heiratete 1480 Hicko von Oldersum (1450 bis 1527), zweiter Häuptling von Gödens. Er vollzog 1495 den Abfall von der Herrschaft Jever zur Grafschaft Ostfriesland und unterstellte sich dem Befehl Graf Edzard des Großen von Ostfriesland.
Nach dem Tod des kinderlosen Fürsten Carl Edzard von Ostfriesland fiel das Fürstentum Ostfriesland 1744 an Preußen – und Gödens mit ihm. 1746 starb Gödens’ Graf Burchard Philipp von Frydag. Da er ebenfalls kinderlos war, ging die Herrlichkeit an seinen Neffen Anton Franz Freiherr von Wedel (1707 bis 1788). Von Wedel wurde 1776 als Dank für die Hilfe, die er bei der Besitzergreifung Ostfrieslands durch die Preußen geleistet hatte, vom Preußenkönig Friedrich dem Großen in den erblichen Grafenstand erhoben.
Im Rahmen der Gebietsreform 1972 wurde Gödens mit der oldenburgischen Gemeinde Sande vereint und gehört seitdem zum Landkreis Friesland.
Vor rund 20 Jahren hatten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Altes Sande“ aber bereits Markierungen angefertigt und aufgestellt. Die waren mittlerweile in die Jahre gekommen und mussten saniert werden. Hans-Otto Hasselbring, Heiner Janssen und Paul Menzel nahmen das in die Hand und ließen die Tafeln in neuem Glanz erstrahlen.
Jetzt wurden sie zurückgebracht und an Ort und Stelle angebracht. Bürgermeister Stephan Eiklenborg dankte der Arbeitsgemeinschaft für ihren Einsatz.
Die Tafeln zeigen von einer Seite den Preußischen Adler – dazu gehörten Neustadtgödens und Gödens sowie Dykhausen – und auf der anderen Seite das Wappen des Oldenburger Landes – dazu gehörte Sande.
