Sande - Schule im Corona-Betrieb – im Schulausschuss gaben die Schulleiterinnen der drei Sander Grundschulen einen Überblick über den Alltag. Insgesamt lautet das Fazit: „Die Coronakrise meistern wir sehr gut – allerdings wird die Personaldecke sehr dünn.“ Gleichwohl gibt es hier und da Tücken und auch ganz einfach rücksichtloses Verhalten, was zu viel Ärger führt.

Der Rahmenplan für die Hygienekonzepte sei vom Land vorgegeben worden, berichteten die Schulleiterinnen. Jede Schule hatte diesen Rahmen dann individuell füllen und den jeweiligen Gegebenheiten der Schulen anpassen müssen. Eine Herausforderung seien ständige Veränderungen, auf die man wieder eingehen müsse. „Doch das alles kriegen wir gut hin“, erklärte Manja Dobiasch, Leiterin der Grundschule in Cäciliengroden.

Anfangs hatten sich die einzelnen Gruppen überhaupt nicht begegnen dürfen, sodass spezielle Pausenregeln getroffen wurden: Der Schulhof wurde mit Flatterband in verschiedene Bereiche eingeteilt. Im Allgemeinen funktioniere die Abstands- und Maskenpflicht bei den Kindern gut. Die Eltern sind derzeit in der Schule nicht erwünscht, sie bringen die Kinder aber auch in anderen Zeiten meist nur bis zum Schulhof.

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„In einem Fall haben wir aber ständig Ärger, die Eltern bringen ihr Kind nach wie vor bis in die Klasse – das geht natürlich nicht. Wir stehen hier kurz davor, ein Hausverbot auszusprechen“, sagte Dobiasch, die erklärte, dass mehrfach freundliche Hinweise nichts gebracht hätten.

In der Grundschule in Sande sorgen dagegen alteingeschliffene Gewohnheiten für Ärger. Schulleiterin Susanne Tapken berichtete von Passanten und Mitgliedern des Turnvereins, die immer wieder während der Schulzeit den Schulhof passierten. Der Weg über den Schulhof dient einigen Sander Bürgern als Abkürzung – in Corona-Zeiten gehe das natürlich nicht, zumal diese Menschen ohne Maske unterwegs seien. Tapken wies zudem auf den enormen Zeitaufwand fürs ständige Händewaschen hin, Zeit, die für den eigentlichen Unterricht fehle. Darüber hinaus seien die Lehrkräfte und die pädagogischen Mitarbeiter mit so vielen zusätzlichen Aufgaben beschäftigt, dass die Personaldecke eng werde. „Ich weiß noch nicht, ob wir unter diesen Umständen auf Dauer den Ganztagsbetrieb aufrechterhalten können“, sagte Tapken.

In Neustadtgödens läuft der Betrieb gut, allerdings werde das besondere pädagogische Konzept völlig ausgehebelt. In den bisher jahrgangsgemischten Klassen gehe es um gemeinschaftliches Lernen – mit einander und von einander – unter Corona-Bedingungen habe die altershomogene Klasse im Frontalunterricht wieder Einzug gehalten. „Anders geht es nicht“, berichtete Schulleiterin Meike Kreutzburg. Auch hier seien die Lehrer zusätzlich mit etlichen Aufgaben belastet, unter anderem sei nun die Aufsichtsfunktion wesentlich höher. Kreutzburg hält es zudem für völlig unmöglich, im Schulbetrieb Infektionsketten wirksam zu durchbrechen.

Der Corona-Betrieb hat in allen Grundschulen zu einer höheren Akzeptanz von Online-Konferenzen und digitalem Arbeiten geführt. In Sande war dabei sogar ein neues Schullied mit aktuellem Corona-Text entstanden. Mithilfe der modernen Technik konnte daraus sogar ein digitaler Chor zusammengeschnitten werden, den Tapken im Ausschuss präsentierte.