SANDE - „Ding-Dong.“ Bürger in Sande, bei denen es demnächst klingelt und wo der Hund gleich kläffend zur Haustür flitzt, haben möglicherweise schon verloren. Vorausgesetzt, ihr Vierbeiner ist nicht ordnungsgemäß gemeldet. Die Gemeinde Sande will nämlich mit verstärkten Kontrollen alle nicht angemeldeten Vierbeiner erfassen und deren Halter zur Hundesteuer heranziehen.
Hundevolkszählung in Sande. Die SPD-Fraktion hat sich jetzt mit einem Vorschlag durchgesetzt, den Hundebestand in der Gemeinde erfassen und mehr Hundesteuergerechtigkeit walten zu lassen. Hunde-Kontrolleure, denen also demnächst schwanzwedelnd „Schwarzhunde“ treuherzig in die Augen blicken, werden dann öfter den Satz zu hören bekommen „Der tut nichts, der will nur zählen.“
Als „völligen Unsinn“ und „grotesk“ haben Holger Mehrle (Grüne), Folkert Feeken (CDU) und Engelbert Wulfert (CDF) den Vorschlag der SPD abgetan. Mehrle regte stattdessen mit ironischem Unterton an, alternativ über eine Katzen- und Pferdesteuer in Sande nachzudenken. Fraglich ist, wie so eine Zählung überhaupt vonstatten gehen soll und wer das macht.
Auch Folkert Feeken konnte nur mit dem Kopf schütteln: Selbst, wenn dabei ein paar Hunde erfasst würden, für die bisher keine Hundesteuer gezahlt wird, bliebe unterm Strich für die Gemeinde nichts übrig: „Wir haben dann für ein paar Euro nur jemanden beschäftigt, der unsere Bürger verärgert“, so Feeken.
Mit 5 zu 4 Stimmen wurde der Vorschlag der SPD letztlich angenommen. „Es geht dabei um die, die sich auf Kosten anderer durchmogeln“, erklärte Ratsmitglied Erich Janßen. Die Kontrollen sollen mit einer geringfügigen Beschäftigung mit eigenem Personal bewerkstelligt werden.
