Sande - In einem waren sich die Schulleiterinnen der drei Grundschulen in Sande einig. „Wir meistern die Corona-Krise soweit sehr gut.“ Im Schulausschuss der Gemeinde Sande haben sie einen Einblick in die Arbeit an ihren Schulen während und nach dem Lockdown gegeben.
Die Hygienekonzepte
So hat man das Hygienekonzept an allen drei Schulen in Sande, Cäciliengroden und Neustadtgödens gut umgesetzt. „Der Rahmenplan für ein solches Konzept, welcher vom Land kam, hat sich zwar immer wieder geändert, war aber eine gute Hilfestellung für unsere Umsetzung“, sagte Manja Dobiasch, Schulleiterin der GS Cäciliengroden. Mit der Aufnahme des Schulbetriebs Anfang Mai habe man den Pausenhof durch Flatterbänder und Farbe in verschiedene Bereiche unterteilt. „Die Abstands- und Maskenpflicht bei den Kindern funktioniert sehr gut, genauso wie die Zusammenarbeit mit den Eltern.“ Einzig das Zeitmanagement musste angepasst werden. „Der Zeitaufwand fürs regelmäßig Händewaschen ist schon enorm.“
Hausverbote für Eltern
In einem Fall allerdings zeigten sich die Eltern eines Kindes bislang vollkommen uneinsichtig. „Sie bringen ihr Kind immer wieder direkt bis zum Klassenraum, und das geht natürlich nicht.“ Freundliche Hinweise ignoriert die Familie. Als letzter Schritt droht nun sogar ein Hausverbot für die Eltern.
Belastung der Lehrer
Dererlei Vorfälle gibt es in Neustadtgödens nicht. Auch hier funktioniere die Umsetzung des Hygienekonzeptes und die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr gut, so Meike Kreutzburg, Schulleiterin der dortigen Grundschule. Sie wies allerdings auf weitere Aufgabengebiete und die Belastung der Lehrer hin, die mit Corona zugenommen hätten. „Die Kolleginnen und Kollegen mussten in den Pausen nun viel mehr Aufsicht führen.“ Ihr Fazit: „Zu 100 Prozent lässt sich die Interaktionskette an einer Schule nicht unterbrechen.“
Noch bedrohlicher sieht die Lange an der Grundschule Sande aus. Hier steht sogar der Ganztagsbetrieb auf der Kippe. „Unsere Personaldecke ist so eng, dass wir derzeit nicht wissen, ob wir den Ganztagsbetrieb aufrechterhalten können“, schilderte Schulleiterin Susanne Tapken die Situation.
Sie hat allerdings noch ein weiteres Problem. Immer wieder würden, trotz Hinweisschild, Unbefugte den Pausenhof betreten. „Und das auch noch ohne Maske.“ Das zu lösen sei allerdings schwierig, so Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg. „Das zu kontrollieren bedeutet Personalaufwand den wir uns aber nicht leisten können.“ Er hoffe auf die Einsicht der Menschen.
Und nach Corona?
Einiges wollen die Schulen übrigens auch nach Corona zumindest teilweise beibehalten. „Die Videokonferenzen haben sich unter anderem als nützlich erwiesen“, sagte Dobiasch. In spontanen Notlagen könne man nun auf dieses Mittel zurückgreifen. „Den direkten Kontakt können sie aber natürlich nicht ersetzen.“
